Thema: GEMEINDE ENTDECKEN – Auslegungspredigten
Prediger: Declan McMahon
Datum: 15.06.2025
Die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes
In der Gemeinde hängt alles vom Wort Gottes ab. Das Wort Gottes ist es, das uns überhaupt den Glauben geschenkt hat. Wenn du glaubst, dass Jesus für dich gestorben und auferstanden ist, dann ist das, weil Gott dir das gesagt hat. Durch sein Wort, wann auch immer das war – vielleicht hat er das auch ganz oft gesagt und irgendwann ist es bei dir angekommen. Aber er ist es, der zuerst geredet hat.
Und auch wenn du immer noch glaubst, obwohl du vielleicht vor Jahrzehnten angefangen hast zu glauben, dann liegt das auch am Wort Gottes, das deinen Glauben ständig ernährt und entwickelt und auch dich verändert. Das Wort Gottes macht alles. Ohne das Wort gäbe es keine Gemeinde. Es gibt auch keinen Gottesdienst so richtig – es wäre nur noch ein Konzert übrig.
Wir brauchen das Wort Gottes im Mittelpunkt, und deshalb geht es in unserer Reihe über die Gemeinde heute um Auslegungspredigten, weil das der Moment ist in unserer Kirche, wo das Wort Gottes sich am meisten ausbreiten und strahlen kann.
Der Glaube kommt durch die Predigt
Paulus hat das so beschrieben in Römer 10, Vers 17 – das ist ein ganz bekannter Vers über das Wort Gottes. Paulus sagt: Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort. Die Verkündigung, die Predigt ist absolut zentral. Das bedeutet nicht, dass ein Prediger absolut zentral ist – der kommt hier ja gar nicht vor, sondern nur die Predigt, das Predigen, das Verkündigen.
Hier steht, wie unser Glaube entsteht, wo er herkommt. Es heißt, er kommt durch die Predigt. Das kann sein, dass jemand während er das Wort Gottes hört, zum Glauben kommt und feststellt: Jetzt glaube ich – vor zehn Minuten noch nicht, aber jetzt habe ich irgendwie etwas verinnerlicht oder verstanden oder etwas hat mich bewegt. Aber es ist auch ganz oft so, dass das zeitversetzt passieren kann.
Vielleicht hörst du als Kind zu Hause das Wort Gottes oder im Teenkreis oder in deinem Hauskreis, wo du zu Besuch bist, und irgendwann macht es Klick – aber nicht dort, sondern später auf dem Nachhauseweg auf dem Fahrrad. Ich kenne eine Person, da ist es auf dem Fahrrad passiert. Oder vielleicht passiert es nachts, bevor du ins Bett gehst. Aber das Wort Gottes macht es, und zwar durch die Predigt hauptsächlich.
Wie eine gute Predigt entsteht
Hier steht auch, wie die Predigt entsteht: Die Predigt entsteht durch das Wort. Wie wird aus normalen menschlichen Worten Gottes Wort und Gottes Reden – die Milch für Gottes Babys und das Brot für seine Familie? Wenn die Predigt aus dem Wort kommt.
Wenn ein Prediger seine Ideen und seine Gedanken auftischt, dann kann das nicht das Wort Gottes sein – dann wird es das Wort eines Menschen bleiben. Aber wenn er wirklich das serviert, was hier steht, dann serviert ein Prediger das Brot des Lebens. Das ist, was eine Auslegungspredigt machen soll. Sie soll nicht ein Haufen Geschichten über mich sein oder irgendwie über irgendwas da draußen in der Welt. Das gehört auch alles dazu, aber das Maßgebliche ist, was Gott in seinem Wort gesagt hat.
Die göttliche Inspiration der Bibel
Eine Predigt ist nur wirksam – sie bewirkt nur etwas, wenn sie das Wort enthält, die Bibel. Warum ist das so? Warum ist die Bibel so wirkungsmächtig? Warum verändert die Bibel Menschenleben? Warum stellt sie deine Welt auf den Kopf, wenn du sie liest oder ausgelegt bekommst? Weil die Bibel von Gott kommt.
Hier ist noch ein Vers dazu: 2. Timotheus 3, Vers 16 – alle Schrift ist von Gott eingegeben, heißt es da. Die Schrift, die Bibel, die kommt von Gott aus seinem Mund, durch seinen Geist. Er hat die menschlichen Autoren der Bibel geführt und geleitet beim Schreiben, auch in ihrem ganzen Leben, sodass sie immer genau das geschrieben haben, was er geschrieben haben wollte.
Das bedeutet nicht, irgendwie ein Autor sitzt an seinem Schreibtisch und die Bibel fällt vom Himmel und ist fertig, sondern er schreibt sie. Aber Gott hat dafür gesorgt, dass er schreiben lernt, bestimmte Gedanken hat, überhaupt bestimmte Zuhörer oder Leser hat. Gott hat alles geprägt, sodass das, was aus diesen Menschen dann herausgeschrieben wird, genau das ist, was Gott sagen wollte.
Die verändernde Kraft des Wortes
Deshalb, weil die Bibel von Gott kommt, weil er hier seine Worte schriftlich fixiert hat, deshalb hat sie so unglaubliche Kraft. Wenn du das nicht kennst – du kannst hier lauter Leute fragen: Hat die Bibel dein Leben verändert? Und wenn ja, inwiefern? Und sie werden dir erzählen können – das ist unser gemeinsames Zeugnis als Kirche: Die Bibel, das Wort Gottes verändert alles.
Es sei denn, der Prediger, dem geht es um was anderes – um sich selbst, um irgendwelche Ziele, die man vielleicht als Gemeinde verfolgt, oder irgendwas anderes. Aber wenn wir sagen, was hier drinsteht, und erklären, was hier drinsteht, dann erklären wir und sagen wir, was Gott sagt. Deshalb ist es so wichtig, dass wirklich Gottes Wort in der Predigt und im Gottesdienst im Mittelpunkt steht und nicht Menschenwort oder Irrlehre.
Der Heilige Geist und sein Buch
Gott, der Geist, der Heilige Geist hat ein Buch geschrieben. In diesem Buch sind 66 Bücher versammelt. Das heißt, es gibt Dinge, die der Heilige Geist unbedingt sagen wollte. Er hat sie extra aufschreiben lassen. Die wenigsten von uns werden je ein Buch schreiben. Aber wer ein Buch schreibt, der macht das normalerweise, weil er wirklich was zu sagen hat. Er muss raus, er will unbedingt, dass andere seine Gedanken hören oder lesen.
Das ist, was dem Heiligen Geist auf dem Herzen liegt, und das hat er alles in dieses Buch hineingeschrieben für uns. Es gibt 66 Bücher in der Bibel voll mit Dingen, die Gott sagen wollte und gesagt hat und auch heute weiter sagen will, indem die Bibel ausgelegt wird.
Keine Predigt heißt: Gott verstummt. Menschenwort heißt: Gott wird der Mund zugehalten und ein Mensch macht seinen Mund auf. Irrlehre heißt: Gott werden Lügen in den Mund gelegt. Eine gute Predigt lässt einfach Gott zu Wort kommen aus seinem Buch.
Das Wesentliche und das Nebensächliche
Wie lässt man Gott am besten zu Wort kommen? Er hat ja viele Dinge gesagt in seinem Wort – manches ist wesentlich wichtiger als anderes. Ich nenne mal ein paar Beispiele für Dinge, die nicht so wichtig sind, aber die in der Bibel inspiriert durch den Heiligen Geist drinstehen: Paulus war mal in einer Stadt namens Antiochia. Timotheus hatte Bauchschmerzen. Jesus hatte Brüder und Schwestern.
Ist das das Wichtigste, was wir brauchen für unseren Alltag? Natürlich nicht. Das sind Dinge, die Gott in seinem Wort, in der Bibel, nebenbei erwähnt. Und es gibt andere Dinge, die maximal wichtig sind, die so richtig im Mittelpunkt stehen in der Bibel.
Die verändernde Wirkung des Wortes im Leben
Deswegen ist es so unglaublich wichtig: Hast du das schon in deinem Weltbild, in deinem Denken, dass Gottes Wort uns verändert? Nicht alles Mögliche und von allem ein bisschen, sondern vor allem sein Wort. Vielleicht hast du das auch erlebt, dass es Leute gibt, die sich seit Jahrzehnten nicht ändern, obwohl sie an Jesus glauben, in den Gottesdienst kommen und so weiter und so fort. Sie können sich nicht verändern, wenn das Wort Gottes nicht ankommt in ihren Herzen.
Also lies die Bibel und höre aufmerksam zu, wenn sie dir gut ausgelegt wird. Aber flehe Gott auch um Wachstum an. Seine Versprechen sind nicht automatisch. Wir haben vorhin gesungen: Wer bittet, dem wird gegeben. Und wenn du Gott bittest, ihn darum bittest: Ich will Lehre, ich will Überführung von dir, ich will Wiederherstellung und Erziehung in der Gerechtigkeit, ich will bereit sein zu jedem guten Werk – dieses Gebet wird Gott erhören, wenn du ihn darum bittest, wenn du es ernst meinst.
Zittern vor Gottes Wort
Weil hier ist, was er sagt über unseren Umgang mit dem Wort Gottes. Er sagt in Jesaja 66,2: Auf den will ich sehen – also dessen Gebet will ich hören, den will ich unterstützen, den will ich unter die Arme greifen – der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.
Lass dich nicht davon beirren, dass das gruselig klingen könnte – zittern. Da geht es um großen Respekt. Vergleichbar wäre das früher, wenn jemand eins der ersten paar neuen iPhones bekommen hat. Der hat ein bisschen gezittert, weil er Angst hatte, es direkt am ersten Tag fallen zu lassen. Das ist eher gemeint: Dass Gottes Wort dir unglaublich wichtig ist, dass du quasi aufgeregt bist, es aufzuschlagen.
Der Moment der Veränderung
Das ist der Moment der Veränderung, auch in einer Predigt. Vielleicht hilft dir auch zu wissen: Es gibt jeden Sonntag mindestens einen Moment in der Predigt, der mich verändern soll. Ja, mindestens einen. Und wenn du wach bist, dann hilft das. Wenn du aufmerksam bist, dann wirst du diesen Moment sogar erleben und sagen: Oh ja, jetzt geht es sozusagen um die Wurst und um das Herz.
Glaubst du diese zwei Verse? Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Wiederherstellung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk ausgerüstet. Glaubst du das? Dann lebe deinen Glauben, indem du stille Zeit machst, zum Gottesdienst gehst und Familienandacht machst zu Hause, wenn du Kinder hast.
Familienandacht als Weitergabe des Glaubens
Ich will über Familienandachten noch kurz reden, weil das so passt mit dem Anliegen des Textes. Timotheus hat ja von klein auf die Schriften gelernt, hieß es. Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder durch sie das Wort Gottes hören. Der Kindergottesdienst ist nicht dafür verantwortlich – der macht das auch, und der Jugendkreis und der Teenkreis und die Jugend. Aber das ist nicht ihre Verantwortung, es ist deine, weil Gott hat dir deine Kinder anvertraut.
Er beschreibt das so in 5. Mose 6: Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. Du selber sollst vom Wort Gottes erfüllt sein, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.
Einschärfen ist nicht streng gemeint – es geht mehr um Einprägen, Aufprägen, etwas ans Ziel bringen. Die Bibel ist hier draußen, das Wort Gottes ist draußen, aber es gehört hier rein, das ist der Gedanke.
Praktische Umsetzung der Familienandacht
Die meisten Eltern in den meisten Ländern zu den meisten Zeiten haben diese Verse so ausgelegt und ausgelebt, dass sie regelmäßig eine Familienandacht halten – dass sie sich als Familie Zeit nehmen und sich zusammensetzen, mit dem Ziel, jeden Tag ein bisschen den Glauben zusammen auszuleben und vor allem mit der Bibel im Mittelpunkt. Die Familienandacht ist sozusagen der klassische Weg, Gottes Wort für die Familie zu haben.
Das ändert sich natürlich auch irgendwann – wenn Kinder älter werden, dann ist es auch gut, wenn jeder für sich privat Bibel liest. Dann lernen sie ja auch selbstständig zu lesen. Aber vor allem bei kleineren Kindern ist das ganz wichtig für sie, von ihren Eltern das Wort Gottes zu hören, damit sie merken: Warte mal, ich bin ja hier in einer Art Kette. Opa hat Mama und Papa das Wort Gottes weitergegeben und jetzt geben die es mir, und ich gebe es dann meinen Kindern weiter, wenn ich groß bin.
Einfach machen
Ich erzähle mal ganz kurz, wie wir das machen. Unsere Kinder sind drei und fünf, und wir machen das direkt nach dem Mittagessen, weil wir sowieso schon alle zusammen sind und weil Gewohnheiten Freunde brauchen. Da gibt es schon zwei andere Gewohnheiten, die sowieso stattfinden. Und die dritte Gewohnheit Familienandacht fühlt sich dann nicht einsam.
Wir machen unser Mittagessen und dann Nachtisch, und dann machen wir kurz Familienandacht. Das ist viel leichter als Paket sozusagen. Wir machen das so: Ich erzähle unseren Kindern in zwei bis fünf Minuten in meinen Worten irgendeinen Inhalt aus der Bibel, so dass ich hoffe, dass sie es verstehen. Dann singen wir ein kindgerechtes Lied, und dann sprechen wir ein kindgerechtes Gebet, und fertig.
Oft fühlt sich das so an, als wäre es ja fast nichts, ein Tropfen auf dem heißen Stein vielleicht. Aber es ist etwas, das sich summiert. Jahrelang fünf Minuten ist halt doch ganz schön viel am Ende, und es ist halt ein Langzeitspiel sozusagen.
Die größte Herausforderung überwinden
Ich habe vorher gedacht, bevor ich das angefangen habe vor ein, zwei Jahren, die größte Anfechtung wird sein das Hippelige, dass die Kinder das Problem sind, dass der Teufel ihnen einflüstert, dass sie jetzt stören sollen. Aber wisst ihr, was das größte Problem ist? Die größte Anfechtung ist meine Faulheit, nichts anderes – dass ich dann schnell denke: Ach komm, mach’s morgen, oder du hast so einen langen Tag gerade.
Einfach machen – das war der beste Rat an mich, als ich mal mit einem anderen Vater darüber gesprochen habe. Weil ich bin etwas perfektionistisch und wollte dann halt die perfekte Familienandacht irgendwie und die perfekte Art haben. Und er sagte: Mach einfach. Egal was, mach etwas. Es muss stattfinden. Das ist eigentlich das Wichtigste, weil keine Familienandacht heißt auch keine Veränderung in der Familie, weil die Veränderung ja durch das Wort Gottes kommt.
Das Wort Gottes bringt Lehre, Überführung, Wiederherstellung, Erziehung in der Gerechtigkeit und Zubereitung zu jedem guten Werk.

