Thema: Gewissheit
Prediger: Declan McMahon
Datum: 02.11.2025
Die römische Welt und die Entstehung der Kirche
Die Römer haben die ganze Welt erobert, auch die Welt von Jesus. Er wurde als römischer Untertan geboren und auch als römischer Untertan gekreuzigt. Seine Heimat war eine Provinz für die Römer. Seine Kirche ist in dieser Provinz entstanden, in der Hauptstadt Jerusalem. Das war so im Jahr 30 nach Christus. Tausende Juden sind dort Christen geworden, also Jünger von Jesus – Menschen, die Jesus nachfolgen und glauben, dass er für sie gestorben und auferstanden ist und ihn Herr nennen.
Theophilus Ben Annas – ein möglicher Empfänger des Lukasevangeliums
Ich will euch von einem Menschen erzählen, der damals gelebt hat und der heißt Theophilus Ben Annas. Der römische Historiker Josephus erwähnt ihn. Sein Vater war Annas, der hohe Priester, als Jesus anfing, öffentlich zu wirken. Das war eine mächtige Familie. Unser Theophilus ist ein Aristokrat. Sein Schwager ist Kaiphas, der nach Annas und mit Annas zusammen hoher Priester wird. Dieser Kaiphas war der Anführer des hohen Rates, der Jesus nachts in einem illegalen Prozess verhört und zum Tode verurteilt hat wegen Gotteslästerung. Das Verhör war in seinem Haus, also auf einem Grundstück dieser Familie, aus der Theophilus Ben Annas kommt.
Später ist Kaiphas dabei, als die Kirche gegründet ist und die Apostel anfangen, über Jesus zu reden. Er ist einer der hohen Priester, die das verbieten und sagen: „Ihr redet nicht mehr über diesen Jesus“ (Apostelgeschichte 4). Im Jahr 36 nach Christus wird Theophilus‘ Bruder Jonathan hoher Priester. Während seiner Zeit beginnt die Verfolgung. Er lässt die Apostel auspeitschen in Apostelgeschichte 5, weil sie nicht aufhören, von Jesus zu erzählen. Aber es bringt nichts, die so zu verfolgen. Es bekehren sich immer mehr Menschen im Volk, in der Stadt, in Jerusalem, auch viele Priester.
Im Jahr 37 nach Christus wird Theophilus selbst hoher Priester. Er verhört Stephanus und lässt ihn steinigen – das ist der erste christliche Märtyrer (Apostelgeschichte 6 und 7). Dieser Theophilus stellt als hoher Priester Briefe aus wie Haftbefehle für Paulus, damit er auch in der Nachbarprovinz Christen jagen und gefangen nehmen kann (Apostelgeschichte 9). Aber dann bekehrt sich Paulus auf dem Weg zum Verfolgen, weil Jesus ihm begegnet. Er wird selbst Christ. Einige Zeit danach wird auch Theophilus wieder abgesetzt von den Römern.
Theophilus – ein Name mit Bedeutung
Es gab ganz viele Leute, die Theophilus hießen. Das war ein relativ normaler Name. Lukas widmet sein Buch, das Lukasevangelium und den Nachfolgeband, die Apostelgeschichte, einem Mann namens Theophilus, der ein hohes Amt begleitet haben muss, weil Lukas ihn als „vortrefflichsten Theophilus“ anredet in Lukas 1,3. Das ist das ganz normale Wort dafür, wenn jemand wichtig ist. Auch einen ehemaligen hohen Priester im Ruhestand könnte man so anreden.
Lukas schreibt, dass er ihm mit diesem Buch Gewissheit schenken will. Dieser Mensch, dem das Buch gewidmet ist, soll sicher sein, dass das, was er über Jesus gehört hat, wirklich stimmt. Zur Zeit, wo Lukas sein Evangelium schreibt – so Anfang der 60er Jahre – wäre dieser hohe Priester Theophilus ein älterer Herr zwischen 60 und 80, der sicherlich viel erlebt hat von der Geschichte, die Lukas schreibt. Wenn es wirklich stimmen würde, dass das unser Theophilus ist, dann würde das bedeuten, dass das Evangelium selbst die erbittertsten Feinde von Jesus und seiner Kirche erreicht – wie bei Paulus auch.
Der Name Theophilus bedeutet „von Gott geliebt“ oder „Freund Gottes“. Das ist ein schöner Name. Der Punkt ist: Du bist von Gott geliebt, du bist Theophilus. Gott will dein Freund sein, Gott liebt dich und will dir Gewissheit geben durch das Lukasevangelium. Dieses Evangelium ist an einen bestimmten Theophilus geschrieben worden, aber es ist gleichzeitig für alle geschrieben, für jeden Theophilus, der je gelebt hat, auch für dich. Dann bist auch du ein „vortrefflichster Theophilus“. Weil Gott dich liebt und dein Freund sein will, will er dir Gewissheit geben, dass die Geschichte von Jesus, die du hörst, stimmt.
Der Prolog des Lukasevangeliums
Wenn du mit uns durch dieses Buch, durch das Lukasevangelium zusammengehst, dann wirst du alles über Jesus hören und auch, woher wir das so genau wissen. Warum wir meinen, dass das wirklich alles wahr ist – was er gesagt hat und getan hat und warum er der wichtigste Mensch ist, der je gelebt hat.
Lukas 1,1-4: „Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, so erschien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus, damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.“
Das Lukasevangelium basiert auf mehreren Quellen, es basiert auf Augenzeugen und es basiert auf gründliche Recherche. Und es führt, wenn man es liest, zu Gewissheit im Glauben.
Lukas schreibt einen seriösen historischen Bericht
Was macht Lukas hier, wenn er so anfängt? Er sagt im Prinzip: Ich schreibe einen seriösen Bericht. Ich werde Quellen, Augenzeugen und gründliche Recherche benutzen. Das sind die damals normalen, anerkannten Prinzipien der Geschichtsschreibung. Das ist nicht identisch damit, was uns heute wichtig wäre in der Geschichtsschreibung mit unseren heutigen Methoden, aber Lukas arbeitet mit dem, was damals normal und anerkannt und zur Verfügung stand.
Er sagt: „Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind.“ Vor Lukas haben schon verschiedene andere Leute solche Lebensberichte von Jesus verfasst. Wir kennen nur zwei, die da in Frage kommen: das Markusevangelium und das Matthäusevangelium. Man sieht sehr klar, wie Lukas Markus und Matthäus benutzt, dass er diese Bücher kannte und sie als Quellen behandelt, und mindestens eine andere Quelle auch. Er hat viele Geschichten, die nur er hat von Jesus.
Die Bedeutung der Augenzeugen
Lukas sagt: „Wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind.“ Er stützt sich auf Augenzeugenberichte. Das war auch ganz wichtig, auch in der Antike schon. Es gibt eigentlich keine anderen Beweismittel, bis es die moderne Kriminologie gibt. Es ging immer um Augenzeugen.
Wer sind Lukas‘ Augenzeugen? Das sind die zwölf Apostel und andere verschiedene Leute, besonders auch Frauen, die von Anfang an mit Jesus unterwegs gewesen sind. Jesus kommt aus der letzten Ecke dieser römischen Provinz, aber er kommt nicht alleine. Aus Galiläa kommen Leute mit ihm nach Jerusalem und ziehen durch das ganze Land mit ihm. Alles, was er getan hat, war öffentlich und durch diese Zeugen gesehen.
Lukas schreibt in Kapitel 8: „Es geschah danach, dass er – also Jesus – von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf ging, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte. Und die zwölf waren mit ihm. Und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.“
Augenzeugen der Kreuzigung
An bestimmten Stellen macht Lukas ganz klar: Ich arbeite mit Augenzeugen. In Lukas 23,49 – Jesus stirbt am Kreuz – heißt es: „Es standen aber alle, die ihn kannten, weit entfernt. Auch die Frauen, die ihm von Galiläa her nachgefolgt waren. Und sie sahen dies.“ Wer sind diese Frauen? Unter anderem werden das Maria Magdalena, Johanna und Susanna sein – Augenzeugen für die Kreuzigung. Die haben gesehen, wie Jesus stirbt.
Andere Religionen machen das nicht so. Der Koran zum Beispiel sagt, Jesus sei nicht am Kreuz gestorben. Ich zitiere: „Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt. Gewiss, sie haben ihn nicht getötet“ (Sure 4, Vers 157). Aber der Koran nennt keine Augenzeugen für so eine Behauptung über Jesus. Lukas schon – mit Namen.
Augenzeugen der Beerdigung und Auferstehung
Lukas hatte auch Augenzeugen für die Beerdigung von Jesus: „Es folgten aber auch die Frauen nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und sahen sich das Grab an und wie sein Leib hineingelegt wurde.“
Lukas berichtet auch von der Auferstehung per Augenzeuge. In Lukas 24 heißt es: „Am ersten Tag der Woche aber kamen sie am frühen Morgen zum Grab. Sie fanden aber den Stein vom Grab weggewälzt, und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. Und es geschah, als sie deswegen ganz ratlos waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlenden Gewändern bei ihnen.“ Die Frauen sind im Grab, einem Höhlengrab. Sie wollen Jesus weiter bestatten, ihn mit Salböl und Gewürzen behandeln. Und jetzt sind da zwei Engel, die sagen, dass Jesus auferstanden ist.
Dann heißt es: „Und sie kehrten vom Grab zurück und verkündigten das alles den elf Aposteln und allen übrigen. Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, die dies den Aposteln sagten, sie und die übrigen mit ihnen. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen. Und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab, bückte sich und sah nur die Leinentücher daliegen. Und er ging nach Hause voll Staunen über das, was geschehen war.“
Lukas hat keine Angst vor der Wahrheit
Lukas hat keine Angst, hier Namen zu nennen. Auch zu sagen: Ja, das waren Frauen. In der Antike hat man Frauen nicht geglaubt vor Gericht. Die galten nicht als Zeugen. Eine Augenzeugin, die was sieht, bringt nichts vor Gericht als Beweismittel. Er hat trotzdem keine Scheu. So sicher ist er, dass die das wirklich alles gesehen haben. Er lässt auch keine wichtigen Infos weg, wie: Man hat ihnen nicht geglaubt und gedacht, dass sie Märchen erzählen. Er manipuliert hier nicht. Er bereitet einfach die Dinge auf, die passiert sind, die er recherchiert hat, und sagt: Bilde du dir doch ein Urteil, lieber Leser, lieber Theophilus. Petrus ist hier auch als Augenzeuge für das leere Grab.
Falls dein Bild von der Bibel bisher war: Das ist ein Märchenbuch, das sind irgendwelche Mythen, das braucht man nicht wörtlich zu nehmen – dann hast du ein Problem. Das ist kein Märchenbuch. Lukas schreibt als Historiker mit den damals anerkannten historischen Methoden. Entweder die Frauen und Petrus haben gesehen, dass Jesus nicht im Grab liegt und Lukas hat ordentlich gearbeitet, oder diese Frauen lügen und Petrus und Lukas. Du kannst nicht sagen: Ja, das haben die nicht so gemeint. Die sagen hier: Das ist passiert.
Denk auch daran, an wen Lukas schreibt – einen hochrangigen Amtsträger. Ob das jetzt der hohe Priester war oder ein Tribun, ein General, ein Statthalter: einen „vortrefflichsten Theophilus“ öffentlich anzulügen, ist Selbstmord. Es ist nicht plausibel, wenn du die Bibel nicht als ehrlichen Tatsachenbericht liest. Was du für dich klären musst, ist: Glaube ich das? Aber du kannst nicht sagen, die wollten nicht, dass man das glaubt, oder haben das für die Erbauung geschrieben, oder Jahrhunderte später aufgeschrieben.
Lukas‘ gründliche Recherche
Lukas schreibt in Vers 3: „So schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus.“
Wer ist hier das „ich“? Das ist ein anonymes Werk. Er sagt nicht: Ich bin Lukas und ich schreibe jetzt. Die Quellen sagen, dass das Lukas ist – Lukas, der geliebte Arzt, der Begleiter von Paulus. Er wird erwähnt in drei Briefen von Paulus und erwähnt sich auch selbst, wenn er in der Apostelgeschichte „wir“ sagt. Es gibt verschiedene antike christliche Autoren, die ganz eindeutig sagen: Das war Lukas. Zum Beispiel Irenäus, der so ungefähr 180 nach Christus schreibt: „Lukas aber, der Begleiter des Paulus, hat das Evangelium, das dieser verkündigte, in einem Buch niedergeschrieben.“ Die anderen Quellen kommen aus der gleichen Zeit, aus verschiedenen Gegenden im römischen Reich. Die können sich nicht absprechen. Es gibt keine Quelle, die das Gegenteil behauptet.
Vielleicht fragst du dich: 100 Jahre später – ist das nicht zu spät, um zu sagen, der war es? Nicht für Historiker. Der Durchschnitt ist eher so 300 Jahre bei einem anonymen Werk aus der Antike. Zum Beispiel die Odyssee, die Geschichte von Odysseus: 300 Jahre nachdem dieser Text geschrieben wurde, sagen die Leute, das war der Dichter Homer.
Lukas‘ Genauigkeit
Lukas sagt, er hätte genau recherchiert. Er ist allem von Anfang an genau nachgegangen und beschreibt es der Reihe nach. Das heißt nicht chronologisch, aber seine Struktur ist kreativ und sehr ansprechend. Er nimmt sehr vieles sehr genau – zum Beispiel wie er Sachen datiert. In Kapitel 3, Vers 1 und 2 zählt er lauter Namen auf: Der Kaiser hieß Tiberius. Pontius Pilatus war der Statthalter. Herodes war auch da. Und sein Bruder Philippus war Vierfürst. Und Lysanias. Hannas war der hohe Priester, mit Kaiphas zusammen. Da ist Johannes der Täufer aufgetreten. Das ist eine für uns umständliche Art zu sagen: Das war das Jahr 28/29 nach Christus. Aber so hat man damals gesagt, wann etwas passiert ist – Namen nennen von Königen, Kaisern, Priestern und so weiter.
Auch alles, was er geografisch berichtet – wann Jesus wo gewesen ist und wo Paulus auf seiner Missionsreise gewesen ist – das stimmt alles. Soweit man das nachforschen kann, existieren diese Orte wirklich und sind da, wo er sagt.
Man sieht seine Gründlichkeit auch darin, dass er viel aufgeschrieben hat, was Markus und Matthäus nicht haben. Seine Weihnachtsgeschichte geht zwei Kapitel lang mit viel extra Information. Er hat die einzige Geschichte von der Kindheit Jesu, wo Jesus mit zwölf Jahren im Tempel zurückbleibt und mit den Schriftgelehrten diskutiert. Lukas hat den Inhalt bestimmter Predigten von Jesus festgehalten, die Matthäus und Markus nicht haben. Es gibt viele Wunder, die nur er erwähnt, viele Gleichnisse, viele Aussagen von Jesus, die sonst keiner hat. Zwei Gleichnisse als Beispiel: Der barmherzige Samariter. Der verlorene Sohn. Das sind Dinge, die Lukas erforscht hat und bewahrt hat. Er hat auch mehr Begegnungen mit Jesus nach seiner Auferstehung.
Jesus erfüllt alle Verheißungen
Zum Schluss: Das Lukasevangelium führt zur Gewissheit im Glauben. Lukas schreibt: „Damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.“ Dieser Theophilus hat scheinbar das durchgemacht, was wir heute Glaubenskurs nennen. Er hat irgendetwas von Jesus gehört, und Lukas will, dass er sicher ist, dass das stimmt.
Wie schenkt Lukas Theophilus Gewissheit im Glauben? Durch gute Arbeit als Historiker mit Quellen, Augenzeugen und Recherche – aber auch durch seine Erzählung, indem er erzählt, was Jesus erfüllt hat, was Gott alles versprochen hat.
In Vers 1 heißt es: Diese Dinge sind völlig erwiesen. Besser übersetzt: „erfüllt“ oder „völlig erfüllt“. Lukas schreibt einen Bericht über das, was Jesus erfüllt hat. Das Alte Testament sind lauter Verheißungen, Versprechen von Gott, Zukunftsvoraussagen von Gott. Das Neue Testament ist die Erfüllung davon in Jesus.
Was hat Jesus alles erfüllt? Er hat alles erfüllt. Es gibt nichts im Alten Testament, das sich nicht auf Jesus in Erfüllung anwenden lässt. Lukas erzählt von einem Engel, der zu Maria kommt und sagt, sie wird schwanger werden. Und das Baby wird auf dem Thron Davids sitzen. Das, was im Alten Testament versprochen wurde – ein König wird geboren werden, er wird den Thron Davids haben und für immer regieren – das erfüllt Jesus von Mutterleib an. Oder sie sind mit dem Baby später im Tempel. Da kommt Simeon, ein Prophet. Der nimmt Jesus auf den Arm und sagt: Dieses Baby ist das Licht für die Heiden. Jesus erfüllt alles, was Jesaja gesagt hat darüber, dass Gott die ganze Welt liebt und retten möchte – und dass sie in Finsternis ist. Das Heidentum ist Finsternis. Aber da wird jemand kommen, der Licht bringt. Das ist, was Jesus erfüllt.
Lukas erzählt, wie Jesus nach Jerusalem kommt als König, wie er dort als König empfangen wird – genau wie es die Psalmen vorausgesagt haben und die Propheten. Dann leidet und stirbt er in Jerusalem, genau wie der Messias in den Psalmen. Lies mal die Psalmen durch. Da ist so viel Elend. Aber wer leidet eigentlich? Es ist der Gesalbte, der König David meistens. Das ist der Titel Messias. Da geht es um Jesus. Danach steigt Jesus in den Himmel auf, nach seinem Leiden, nach seiner Auferstehung. Er steigt mit den Wolken in den Himmel auf und setzt sich dort auf Gottes Thron – wie der Menschensohn im Buch Daniel. Dann erfüllt er auch das Buch Daniel.
Nach seiner Auferstehung erklärt Jesus das. Er sagt in Lukas 24: Von Mose und den Propheten und den Psalmen ausgehend, dass alles, was in den Schriften steht, sich auf ihn bezieht und dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und in den Psalmen von ihm geschrieben steht. Die Bibel ist ein Buch mit einer Geschichte und einem Mittelpunkt. Dieser Mittelpunkt ist Jesus, sagt Lukas. Dafür legt er die Hand ins Feuer. Jesus ist der Schlüssel, das Ende, das Ziel, die Erfüllung von allem. Das zeigt Lukas an jeder Ecke seines Berichts. Es gibt kaum einen Vers, wo man nicht sieht, was Jesus alles erfüllt hat. So will er Gewissheit schenken.
Was ist Gewissheit?
Gewissheit im Glauben. Man kann das Wort auch übersetzen mit Sicherheit oder Zuverlässigkeit oder Festigkeit. Es geht um Gewissheit im Sinne von: Das ist belastbar. Ich kann mich darauf stellen. Ich kann mein Leben darauf bauen. Weil darum geht es ja. Wenn du dich mit dem Christentum beschäftigst, so als neutraler Beobachter von außen, denk ja nicht, das wird nichts mit dir machen. Wenn es wahr ist, wird es dein Leben verändern – und zwar komplett. Es wird alles auf den Kopf stellen.
Jesus vergleicht das mit jemandem, der mit einem König in den Krieg ziehen will. Er sagt: Dieser König muss vorher rechnen – kann ich das? Und so ist es auch. Wenn du neugierig bist auf den christlichen Glauben, dann atme tief durch und trau dich. Wenn du rausfindest, dass wir nicht alle Vollidioten sind und dass das wahr ist, was wir glauben, dann wird es abgehen in deinem Leben.
Es geht um Vertrauen, dass Gott wirklich seine Versprechen erfüllt. Worauf baut Lukas hier? Nicht auf deinen Verstand und auf Argumente. Er vertraut nicht auf Logik, nicht mal auf Beweise. „Beweis mir, dass Gott existiert“ – da würde Lukas einfach sagen: Nein. Aber worauf er setzt, sind Augenzeugen. Die dafür stehen, dass diese Dinge passiert sind. Ein Zeugnis.
Wie fühlt sich Gewissheit an? Es fühlt sich an, wie wenn man auf festem Grund steht. Nicht wie auf einer Hüpfburg, wo man dauernd gucken muss, wie man steht. Oder auf einem Drahtseil, wo es noch schwieriger ist. Oder wie bei Treibsand, wo man irgendwann weg ist. Sondern wie auf Asphalt. Das heißt nicht, dass du nie zweifeln wirst. Oder dass nichts herausfordernd ist. Oder nichts unlogisch erscheint für unseren Verstand.
Du bist nicht von Hörensagen abhängig
Worum es Lukas geht: Theophilus, du bist nicht von bloßem Hörensagen abhängig bei dieser Jesus-Sache. Du weißt, was passiert ist. Wo es passiert ist. Und wann es passiert ist. Und wer dabei war. Die Geschichte ist schlüssig und vollständig erzählt. Und du kannst Frieden darüber haben. Du kannst sehen, wie Gott seine Verheißungen erfüllt. Und dann erleben, wie er sie auch in deinem Leben erfüllen wird. Wie er sein Wort hält. Und dann kannst du ihn fröhlich dafür loben mit all seinen anderen Kindern. Du kannst in deinem Leben auf diese Geschichte bauen.
Deshalb machen wir dir Mut: Komm mit uns auf unsere Reise durch das Lukasevangelium. Sie beginnt nächste Woche in Jerusalem. Da wird der erste Augenzeuge präsentiert – ein alter Mann, der behauptet, das Heil gesehen zu haben. Und du musst dann für dich wissen, ob das wahr sein könnte.

