Thema: Joel 2 als Bild der Umkehr
Prediger: Declan McMahon
Datum: 2025-09-21
Hulk Hogan und das Zerreißen der Gewänder
Als ich ein kleiner Junge war, habe ich sehr gerne Wrestling geguckt. Hulk Hogan war damals einer meiner Helden – groß und muskulös. Und es gab immer einen besonderen Moment vor jedem Kampf: Er hat sein Hemd zerrissen, um zu zeigen, wie stark und cool er ist. Das hat er praktisch in Zeitlupe gemacht, mit seinem Bizeps und seiner Sonnenbrille. Er zerreißt sein Gewand, um zu zeigen, wie cool er ist.
Im alten Israel zerreißt man sein Gewand, um zu zeigen, wie traurig man ist. Wie bitter enttäuscht von etwas oder von sich selbst. Das war ein Zeichen der Buße.
Joel als Prophet und der Bund Israels mit Gott
Als Prophet hat Joel die Aufgabe, in der Beziehung zu Gott zu vermitteln. Die Kinder Israel stehen im Bund, in Beziehung, im Verhältnis zu Gott mit ihm. Und Joels Aufgabe ist, an diesen Bund zu erinnern. Israel soll diesem Bund treu bleiben, indem es gehorsam ist und nach Gottes Geboten lebt. Und dann will Gott sie segnen. Das ist sozusagen der Deal, beziehungsweise das ist die Pflicht beider Parteien. Israel soll ein gehorsamer Sohn sein. Gott wird seine Pflicht erfüllen als Vater.
Wenn sie aber Gott ungehorsam sind und den Bund brechen, dann wird er sie nicht segnen. Dann wird er sie mit Bundesflüchen überhäufen. Und darum ging es in Joel 1 – einer dieser Flüche war die Heuschrecke. Es gab eine große Heuschreckenplage, die alles aufgegessen hat.
In Joel 1 will Joel eine bestimmte Reaktion auf dieses Gericht. Er will, dass die Leute sich versammeln und umkehren und klagen. Und Gott um Hilfe bitten und zu ihm umkehren. Aber diese Reaktion hat es scheinbar noch nicht gegeben. Die Heuschrecken sind gekommen und gegangen, aber es hat nichts verändert im Herzen der Menschen.
Der Tag des Herrn – eine größere Bedrohung
Joel ist sehr besorgt, weil Gott noch mehr Gericht vorhat für diesen Fall. Es geht um den Tag des Herrn. Diese Heuschreckenplage war auch eine Art Tag des Herrn, ein Mini-Tag des Herrn – ein Zeitraum, in dem er richtet. Der Zeitraum da ist so lange wie Heuschrecken leben, wie ihr Lebenszyklus so geht, ein paar Monate.
Aber Joel sieht selbst als Prophet, dass auch der Tag des Herrn kommt. Und diesmal kommt er als eine Armee nach Israel, nach Jerusalem. Und nicht eine Armee von Heuschrecken, sondern eine echte richtige Armee. Wir wissen nicht, welche das ist. Es ist auch egal. Es geht heute mehr darum, was man über Gott lernt.
Die Heuschrecken in Joel 1 sind wie eine Armee. Die haben das Land erobert. Und jetzt sind die Eroberer, die kommen, wie die Heuschrecken. Das spiegelt sich so. Joel hatte das Volk dazu aufgerufen, sich zu versammeln und Buße zu tun. Und darum geht es auch in Kapitel 2.
Joel 2,1–2: Alarm auf dem heiligen Berg
Es kommt eine Armee. Und Joel schlägt Alarm. Joel 2, Vers 1 bis 2: „Stoßt in das Horn in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern. Denn der Tag des Herrn kommt, ja er ist nahe. Ein Tag der Finsternis und des Dunkels. Ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Wie Morgenrot breitet sich über die Berge aus ein großes mächtiges Volk. Wie es seinesgleichen von Ewigkeit her nicht gegeben hat und auch in künftigen Zeiten und Generationen nicht mehr geben wird.“
Die Wächter auf der Mauer von Jerusalem sollen Alarm schlagen. Sie blasen in ihre Hörner. Das ist ungefähr das, was heutzutage ein Luftalarm wäre, kurz bevor die Bomben fallen. Und der Alarm ist: Der Tag des Herrn kommt. Hier dann in Form einer Armee.
Und das ist wie bei diesem Heuschreckenschwarm. Sie sind so viele, dass die Heuschrecken die Sonne ausgeschaltet haben. Wenn die vorbeiziehen, wird es dunkel, wie ein vorbeiziehendes Gewitter. Und hier sind die gleichen Bilder: Finsternis, Wolken. Das ist eine einzigartige Armee, sagt er. Er will unsere Aufmerksamkeit. Deswegen benutzt er diese starken Bilder.
Die Armee wie ein verzehrendes Feuer
Und es geht genauso weiter. Vers 3 bis 4: „Fressendes Feuer kommt vor ihm her. Und hinter ihm her eine lodernde Flamme. Ist das Land vor ihm wie der Garten Eden gewesen? Hinter ihm ist es eine öde Wüste. Man kann ihm nicht entfliehen. Wie Rosse sehen sie aus. Und wie Reiter rennen sie. Wie rasselnde Streitwagen kommen sie über die Höhen der Berge her. Wie eine Feuerflamme, die prasselnd das Stroh verzehrt. Gleich einem mächtigen Heer, das zum Kampf gerüstet ist.“
Die Armee, die kommt, ist wie ein Feuer und verzehrt alles auf dem Weg. Die muss ja essen, genau wie die Heuschrecken. Und hier ist ein starkes Bild, wo Segen und diese Segen der Beziehung zu Gott in einen Fluch verwandelt wird. Vorher sieht das Land aus wie der Garten Eden. Danach ist es eine Wüste, sagt Joel. Er sieht, dass alles kommt, aber es ist noch nicht da.
Vers 6–9: Die unaufhaltsame Armee
In Vers 6 bis 9 sagt er: Vor diesem Heer erzittern die Völker. Alle Angesichter verfärben sich. Wie Helden laufen sie, wie Krieger ersteigen sie die Mauer. Jeder geht auf seinem Weg. Keiner kreuzt den Pfad des anderen. Keiner drängt den anderen. Jeder geht seine eigene Bahn. Zwischen den Wurfgeschossen stürzen sie hindurch und lassen sich nicht aufhalten. Sie dringen in die Stadt ein, rennen auf die Mauer, erklimmen die Häuser, steigen wie Diebe zum Fenster hinein.
Die Jerusalemer sitzen in ihrer Stadt, die auch ihre Festung ist, und zittern. Das macht Angst, dass jetzt ein Gericht kommt. Sie sind Krieger, sie springen über diese mickrige Stadtmauer von Jerusalem. Sie werden wie Heuschrecken bis in die Häuser hinein kommen. Er spricht das Trauma von den Heuschrecken an. Er sagt: Weißt du, du hattest Heuschrecken in deinem Wohnzimmer, und du wirst einen feindlichen Soldaten noch in deiner Küche sehen, wenn du in Jerusalem lebst.
Also in Kapitel 1 waren die Heuschrecken wie eine Armee. In Kapitel 2 ist die Armee wie ein Haufen Heuschrecken. Diese Armee ist besonders – die ganze Schöpfung zittert hier vor ihr.
Vers 10–11: Gott an der Spitze seiner Armee
Guck mal, in Vers 10 bis 11: „Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel erzittert, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne verlieren ihren Schein. Und der Herr lässt seine Stimme hören vor seinem Kriegsvolk her. Denn sehr groß ist sein Heerlager und gewaltig sind, die sein Wort vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des Herrn und sehr schrecklich. Wer kann ihn ertragen?“
Warum zittert die ganze Schöpfung vor dieser Armee? Das sind doch nur irgendwelche Babylonier oder Assyrer oder so. Wegen dem, der sie anführt. Es ist Gott, der kommt. Gott kommt an der Spitze dieser Armee, um sein Volk zu besuchen sozusagen. Gott bringt dieses Gericht, Gott bringt diesen Krieg nach Jerusalem, die Armee, der Tag des Herrn. Es ist seine Armee, es ist seine Gegenwart, und die ist schrecklich für die Leute. Das ist, was diesen Tag so schlimm macht.
Das ist ja nicht der erste Krieg, den es jemals gab. Oder die erste Schlacht, die die Jerusalemer je schlagen mussten. Und die Bilder, die Joel hier benutzt, beschreiben eine Gotteserscheinung. Das Gericht Gottes ist eine Gotteserscheinung, eine Begegnung mit dem lebendigen Gott. Es ist wie am Berg Sinai, die gleichen Bilder mit den Wolken und dem Donner. Gott ist ein Richter und ein Krieger. Und Gericht Gottes ist eine Begegnung mit ihm, und zwar wenn er soweit ist, egal ob du soweit bist, ob es dir gerade passt. Es ist nicht unter deinen Bedingungen, sondern zu seiner Zeit.
Und deshalb fürchtet sich Joel. Er fleht sein Volk an, weil er sieht: Sie haben diesen Bund mit Gott so gebrochen, dass er jetzt kommt, um zu richten. Und das wird furchtbar.
Vers 12–14: Der Aufruf zur Umkehr
In Vers 12 bis 17 geht es dann wieder in so einen Aufruf zur Umkehr. Hier ist, was Gott durch Joel sagen lässt, kurz bevor er kommt. Alles ist ja bereit, die Armee ist auf dem Weg. Er macht sich bald auf dem Weg. Aber er sagt in Vers 12: „Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir, von ganzem Herzen, mit Fasten, Weinen, mit Klagen. Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut ihn. Wer weiß, ob er sich nicht wieder abkehrt und es ihn nicht reut und er nicht einen Segen zurücklassen wird, Speisopfer und Trankopfer für den Herrn, euren Gott.“
Selbst jetzt ist es noch nicht zu spät. Sie leben ja alle noch, also können sie glauben, sie können umkehren, sie können zurück zu Gott kommen. Und umkehrt zu Gott, kann das alles noch kippen. Wenn sie umkehren, kehrt die Armee vielleicht um, sagt Joel hier. Dann kehrt Gott zurück, dahin wo er herkommt, sozusagen mit dieser Armee, und hinterlässt nicht eine Spur der Verwüstung, sondern des Segens.
Das Herz zerreißen – echte Umkehr
Und er sagt: Bei dieser Umkehr, was will Gott sehen? Worauf kommt es jetzt an? Er sagt: Nicht die Rituale, die sind nicht genug. Bei uns hier in Warendorf wäre das, du gehst zum katholischen Priester zur Beichte oder betest irgendwelche Ave Marias oder den Rosenkranz. Das wäre dasselbe, wie wenn die Jerusalemer jetzt ihr Gewand zerreißen. Das kann jeder. Das muss man auch nicht meinen, das kann man ja einfach so machen. Und das ist nicht, was Gott will. Er sagt: Zerreißt eure Herzen.
Was bedeutet das? Das Herz ist die Quelle deines Lebens. Alles, was da draußen ist in deinem Leben, was passiert, was mit Interaktion mit dir zu tun hat, das fließt aus deinem Herzen. Das ist, was Herz meint in der Bibel. Das Herz denkt. Es fühlt. Es entscheidet. Es betet an.
Das Herz zerreißen bedeutet, all diese Dinge zu ändern. Wie du denkst und deshalb auch, wie du fühlst. Wie du dich entscheidest und wen oder was du anbetest. Wenn sich diese Dinge ändern – dein Denken, dein Fühlen, dein Entscheiden, dein Anbeten und andere Dinge auch, die dein Herz macht – wenn diese Dinge sich ändern, wenn dein Herz sich ändert, dann wird sich alles ändern in deinem Leben. Weil dein Leben, das fließt aus deinem Herzen. Das heißt, was Gott hier eigentlich sagt ist: Ändert euch wirklich. Es ist wirklich jetzt so weit. Die Rituale, das Äußerliche bringt nichts mehr.
Das Herz steht aber auch für das Tiefe, für das, was du wirklich bist. Buße ist nicht, zum Beispiel, dass jemand einfach sagt: Ich wurde jetzt erwischt. Eine Armee ist auf dem Weg. Dann höre ich jetzt mal lieber damit auf. Oder werde emotional. Oder fang an zu weinen oder so was. Buße ist nichts wert, wenn sie nicht echt ist. Und das Herz ist das, was echt ist.
Und deswegen kann man das Herz auch ein Stück weit erkennen am Leben, das ein Mensch führt. Das Herz steht für die Tiefe, für das unter der Oberfläche und deshalb auch für das, was ich selber – sozusagen ironischerweise – nicht gut sehen kann. Aber du kannst es sehen, weil es immer rauskommt. Also die anderen können mein Herz besser sehen, als ich selbst. Ist das nicht gruselig?
Deshalb gibt es ein Gebet in Psalm 139, Vers 23: „Erforsche du mich, oh Gott, und erkenne du mein Herz. Prüfe du mich und erkenne, wie ich es meine. Und sieh, ob ich auf bösem Weg bin und leite mich auf dem ewigen Weg.“
Was bekommt so ein zerrissenes Herz? Im Psalm 51, Vers 19 heißt es: „Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, oh Gott, nicht verachten.“ Wenn Gott so ein Herz sieht, dann nimmt er das ernst. Er schätzt es, er verachtet es nicht.
Gnade und Treue – das Wesen Gottes
Joel erzählt dann hier, wie Gott ist. Und das ist absolut wichtig für den, der zu Gott umkehren möchte. Was erwartet mich da? Womit darf ich rechnen? Und er redet von Gnade und Wahrheit. Oder Gnade und Treue. Das sind die beiden Eigenschaften Gottes, die in der Bibel am meisten betont werden. Gnade meint seine Liebe und Wahrheit seine Zuverlässigkeit oder Treue.
Gott hat ja einen Bund mit diesen Leuten geschlossen, mit Israel. Sie sollen sein Volk sein, er will ihr Gott sein. Als Mose auf dem Berg Sinai war, mit Gott allein, um diesen Bund sozusagen abzuwickeln, schriftlich zu fixieren, mit den Zehn Geboten, damit die Regeln sozusagen klar sind – als diese Beziehung zu Gott noch total frisch war, noch nicht mal richtig losgegangen ist – da ist Israel schon von Gott abgefallen. Am Fuß des Berges haben sie eine Statue aus Gold gemacht und sie als Gott angebetet, während Mose mit dem echten Gott auf diesem Berg ist, im nächsten Zimmer sozusagen.
Ein paar Tage vorher haben sie noch vor Angst gezittert und alles versprochen. Da hatten sie Angst, als Gott einen Splitter seiner Herrlichkeit gezeigt hat. So ein bisschen Vulkanausbruch und Donnerwetter. Jetzt brechen sie den Bund und spucken ihm ins Angesicht am Fuß des Berges. Und es ist ja das eine, wenn Völker, die Gott gar nicht kennen und nie von ihm gehört haben, wenn die irgendwie sich selbst Götter machen, die nicht so richtig sind und die anbeten. Aber Israel weiß es besser.
Und so reden Gott und Mose nach diesem Abfall von Israel in 2. Mose 34. Was ist jetzt? Wie wird Gott reagieren, nachdem sie ihn so böse behandelt haben? Jetzt, wo rausgekommen ist, wie Israel wirklich ist, ihr Herz, wie es wirklich ist. Wie ist Gott wirklich, wenn er darauf reagiert?
Und so stellt sich Gott Mose vor, wie er wirklich ist. Wenn es wirklich darauf ankommt, wenn alles vorbei ist und nur noch sein innerstes Wesen da ist – wie ist Gott, wie ist er wirklich, wenn es hart auf hart kommt und sein Volk ihn eigentlich so kränkt, dass er sie vernichten müsste, wenn sie so ein treuloser, gottloser Haufen sind – wie ist Gott?
Und dann ruft er vor Mose seinen Namen aus, seine Identität und seinen Charakter, das, was er ist im Innersten, was ihn zusammenhält. 2. Mose 34, Vers 6: „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue.“
Das ist, wie er ist, nach wie vor. So ist Gott. Das ist der Referenztext der ganzen Bibel: Gnade und Wahrheit. Israel darf umkehren und was sie finden werden, ist Gnade und Treue von Gott. Daran erinnert Joel uns hier in Vers 13: „Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade.“
Joel sagt hier quasi den Israeliten und auch uns: Ihr seid erstens so schlimm wie eure Vorfahren da an diesem Berg mit dem goldenen Kalb. Und zweitens, Gott ist so gnädig und geduldig und barmherzig mit euch, wie er mit euren Vorfahren beim goldenen Kalb gewesen ist. Wenn ihr Buße tut, wird er euch vergeben. Also kommt und tut Buße, sagt er.
Vers 15–17: Gemeinsame Umkehr
Ich lese noch den Rest, Vers 15 bis 17: „Stoßt in das Horn in Zion. Heiligt ein Fasten. Beruft eine allgemeine Versammlung. Versammelt das Volk. Heiligt die Gemeinde. Bringt die Ältesten herbei. Versammelt die Kinder und die Säuglinge. Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach. Die Priester, die Diener des Herrn, sollen zwischen der Halle und dem Altar weinen und sagen: Herr, habe Mitleid mit deinem Volk und gib deinen Erbteil nicht der Beschimpfung preis, dass die Heidenvölker über sie spotten. Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott?“
Also Joel ruft sie zur Umkehr und zwar nicht einzeln als Individuen, sondern zusammen. Fühlst du das schon, diesen Propheten? Oder wo stehst du bei diesem Thema? Auch sein Thema heute in Joel 2 mit der Umkehr, mit der Buße. Rennt Joel hier offene Türen bei dir ein? Oder sind die noch verriegelt? Hörst du, wie er klopft? Wer ist das eigentlich, der da wirklich klopft?
Jesus – unser Prophet der Umkehr
Jesus, unser Prophet, ist größer als Joel und er ruft uns täglich zur Buße. Ich will ein bisschen vorlesen, was Jesus über Umkehr, über Buße gesagt hat. Und das ist auch nur ein Ausschnitt.
Er sagt: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nah, tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ Und: „Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr.“
Er bringt seinen Jüngern ein Gebet bei für jeden Tag. Das ist das Vaterunser: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, gib uns heute unser tägliches Brot“ – deswegen wissen wir, es ist für jeden Tag, weil du brauchst ja jeden Tag Brot – „und vergib uns unsere Schuld.“ Jesus geht davon aus, dass wir jeden Tag dieses Gebet brauchen werden, so wie wir jeden Tag was zu Essen brauchen.
Als man ihm von einer Katastrophe berichtet, wo viele Leute gestorben sind, da sagt er: „Wenn ihr nicht Buße tut, wird es euch genauso ergehen.“
Er erzählt ein Gleichnis – das heißt, überleg mal, er hat sich extra eine Geschichte ausgedacht, um dieses Thema in die Herzen seiner Zuhörer zu bringen. Er sagt: „Wenn jemand hundert Schafe hat auf seiner Weide und eins geht verloren, lässt er die nicht alle da stehen und sucht es, bis er es findet und trägt es fröhlich auf seinen Schultern nach Hause und freut sich, dass er es gefunden hat. Genauso freut sich der Himmel über jeden Sünder, der Buße tut“, sagt er.
Er erklärt seine Mission so: „Es soll in meinem Namen Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern.“ Seine Botschaft für die ganze Welt ist Buße und Vergebung der Sünden. Nicht Erfüllung, Glück und Wohlstand und innerer Friede. Sondern Buße und Vergebung.
Im Buch Offenbarung sagt er zu seinen Gemeinden, also auch zu uns: „Bedenke nun, wovon du gefallen bist und tu Buße.“ Das richtet sich an alle, die Gemeinde ist angesprochen, nicht der Einzelne nur. „Tu Buße, tu Buße, sonst komme ich rasch über dich und werde gegen dich Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.“ Und: „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast und bewahre es und tu Buße. Wenn du nun nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.“
Da sagt Jesus: Er ist der Gott des Alten Testamentes, der an der Spitze einer Armee zu seinem Jerusalem, zu seiner Gemeinde kommt. Das ist der Jesus, mit dem wir rechnen müssen.
Wirst du umkehren?
Also Buße, Umkehr zu Gott, ist Jesus‘ absolute Priorität für unser Leben mit ihm und für unser Leben als Gemeinde. Und deshalb drängt sich einfach eine Frage auf mit Joel: Wirst du mit uns zusammen Buße tun? Umkehr. Sind wir eine Gemeinschaft der Umkehr? Ist das Teil unserer DNA als Gemeinde? Und dann auch Teil davon bei dir.
Du fragst dich vielleicht: Warum sollte ich mich ändern? Und da will ich dich fragen: Überleg mal, was es kostet, wenn du es nicht tust. Das Ziel von Umkehr ist, Gott wieder näher zu kommen. Wenn du das heute nicht machen willst, wann dann? Wann willst du Gott nahe sein? Willst du das wirklich aufschieben? Was ist, wenn es da auf einmal soweit ist und du deinem Schöpfer begegnest? Dann ist es zu spät. Schieb es nicht auf.
Wenn du dich noch nicht für Jesus entschieden hast, ganz eindeutig und klar, damit die anderen, die dich kennen, endlich auch aufhören zu rätseln, was eigentlich mit dir ist – da fehlt wahrscheinlich Umkehr und ein Gespür für den Ernst deiner Lage. Er ist für dich am Kreuz gestorben. Das ist nichts Weniges und Geringes. Dass er für dich stirbt in seiner Gnade, fordert eine Reaktion. Dass er gnädig und barmherzig ist, voller Gnade und Treue, fordert eine Reaktion. Und jetzt hast du die Chance. Jetzt musst du umkehren. Jetzt ist der Moment der Entscheidung.
Warte auch nicht, bis der Sturm in deinem Leben vorbei ist, sondern rufe lauter zu Gott als der Wind um dich herum. Er wird dich dann erhören. Echte Umkehr ist nämlich extrem effektiv. Die ändert eigentlich alles. Und wenn du dein Leben wirklich – dein einziges, was du hast – wirklich zum Besten wenden willst, dann wende es zu Gott. Wer ist das Beste?
Die Auswirkung deiner Umkehr
Stell dir vor, wie sich das auswirken wird auf die Menschen, die du anführst. Wenn du Leiter bist, wenn du Familienvater bist, wenn du Menschen anvertraut bekommen hast, wie sich das auf sie auswirken wird, wenn sie dich anschauen, wie du Buße tust, wie du umgekehrt bist. Wenn du dein Herz zerrissen hast, dann wird ja auch dein Leben sich ändern vor ihren Augen. Deine Entscheidung, zu Gott umzukehren, ist vielleicht der Wendepunkt für alle, die mit dir zusammenhängen. Für deine Familie, für deine Gemeinde, für die Generationen nach dir.
Also tu den nächsten Schritt. Bitte diese eine Person endlich um Vergebung. Oder fang diesen Dienst an, den du Gott irgendwann mal versprochen hattest. Oder töte diese Sünde ab, die du schon so lange lieb hast.
Gemeinsam umkehren – eine fröhliche Gemeinschaft
Ich will dir aber auch sagen, wie ich mir selber Gemeinde vorstelle. Für mich wäre der Traum von Gemeinde, dass wir alle fröhlich sind, weil wir alle umkehren. Luther soll gesagt haben: Umkehr ist ein fröhliches Geschäft. Stell dir vor, wie unsere Gemeinschaft sein könnte, wenn du mit anpackst in der Umkehr. Wenn wir zusammen zu Gott umkehren. Umkehr macht glücklich.
Deine Sünden zu verbergen oder alleine bekämpfen zu wollen macht unglücklich und schwach und einsam. Aber zu bekennen und umzukehren macht fröhlich und stark. Stell dir die Verbundenheit vor, die wir als Gemeinde haben können, wenn wir gemeinsam immer mehr zu Gott umkehren. Wenn du wüsstest: Okay, ich kenne den da hinten, Mitglied Nummer 230. Aber ich weiß etwas über ihn, nämlich, dass er umgekehrt ist, wie ich. Sonst wäre er nicht Teil unserer Gemeinde, unserer Bußbewegung.
Wenn du also zu Gott umkehrst, ist das ansteckend. Das wird die Leute, die du lieb hast, inspirieren, auch in die Arme deines Gottes zu laufen, in die Gnade und Barmherzigkeit. Stell dir die Freude vor in unseren Familien, am Esstisch, wenn die Umkehr uns alle mehr und mehr durchtränkt. Also geh zu deinen Freunden und sag ihnen: Es ist soweit, ich will auch umkehren. Und erlebe, was das mit deiner Freundschaft macht.
Sicherheit und Hilfe bei Gott
Sicherheit gibt es nur bei Gott. Wer zu Gott umkehrt, der bringt sich in Sicherheit. Buße ist schwer, es ist schwer, aber Gott wird dir helfen. Er wartet nur darauf, dabei zu helfen. Wenn du umkehrst, wird er dich umgestalten. Das, was du dir wünschst, aber selber nicht kannst.
Wer zu Gott umkehrt, der kehrt zu Gnade und Wahrheit um, zu Treue. Das ist, was dich da erwartet. Buße ist nicht Chaos. Es wird nicht dein Leben zerstören, es wird dein Leben freimachen.
Du bist auch nicht allein, es fühlt sich ja einsam an. Du denkst – also vielleicht bist du ja noch bei dieser Illusion unterwegs – du denkst, hier hätten irgendwie alle es geschafft. Alle hätten alles irgendwie so hinter sich und leben jetzt ein perfektes Leben. Niemand ist so. Eine einzige Person – ich kenne ja ganz viele von uns – nicht einer, ohne Witz, hat mir je gesagt: Ich habe alles geschafft, läuft super. Ich brauche keine Hilfe, gar nichts. Aber warum tun wir dann immer so? Es weiß doch eh jeder, dass wir alle nicht so weit sind.
Und deshalb nimm den nächsten Schritt. Du bist nicht alleine, wenn du umkehrst. Du bist alleine, wenn du es nicht tust. Konzentrier dich auf seine Gnade. Und dann kannst du voll vertrauen und ohne Furcht auf ihn zugehen. Such dir jemanden, der dir beisteht, während du das machst, dann ist es leichter.
Prüfe dein Leben an Gottes Gebot
Genau genommen musst du auch allein deshalb schon umkehren, weil du dir sonst selbst widersprichst. Also du glaubst, dass alle Menschen Sünder sind, du bist ein Mensch, also bist du ein Sünder, du musst umkehren, also musst du auch umkehren. Ja, falls du jetzt irgendwie so ein ganz logischer Typ bist, da hast du deine Gleichung.
Dann würde ich dir raten: Nimm dein Leben und vergleiche es auch nur mit einem Gebot. Und dann wirst du Klarheit finden, was für dich dran ist. Nimm mal dieses Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen.“ Das ganze Herz spiegelt sich im ganzen Leben. „Und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Heißt, ob das nicht schwer genug wäre, das eine Gebot. Wenn du so tickst, mach dir einen schriftlichen Plan, wie du dieses Gebot ausleben willst und überprüfe das regelmäßig.
Schluss: Zerreißt eure Herzen
Also Joel ist ein spannender Prophet und geht sehr tief, tiefer, als wir es alleine, glaube ich, machen würden. Hulk Hogan hat sein Gewand zerrissen, aber Joel sagt: „Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade.“

