Thema: Joel 3 – Wiederherstellung
Prediger: Declan McMahon
Datum: 05.10.2025
Gottes Reaktion auf Buße und Umkehr
Joel hat als Prophet Gottes Volk zurückgerufen – zurück zum Bund und zur Buße, zur Umkehr, zurück zur Beziehung zu Gott. Und es hat tatsächlich funktioniert. Das Volk hat Buße getan, sie haben sich versammelt und zusammen gefastet und gebetet, zu Gott gerufen um Barmherzigkeit, Hilfe und Gnade. Ihre Umkehr hat zum Segen geführt.
Joel verheißt, dass Gott, weil sie umgekehrt sind, demnächst in der nahen Zukunft schon Segen schicken wird. Er wird ihre Ernte wiederherstellen und die Armee, die so im Anmarsch war, wird er woanders hinschicken. Er selbst wird trotzdem nach Jerusalem kommen, aber ohne diese schreckliche Armee. Das ist der größte Segen: Gott selbst und seine Gegenwart in unserem Leben.
Hier ist, wie Gott auf Buße reagiert, auf Umkehr. Joel 2, Vers 18 zeigt es uns: Sie tun Buße, kehren um zu Gott, klagen sich selbst an, klagen zu Gott, dass er ihnen vergibt – und wie reagiert er? Mit Eifer und Mitleid. Deine Buße macht Gott emotional, sie bewegt ihn, bringt ihn in Bewegung zu dir, bringt ihn dazu, dir zu antworten und dich zu segnen. Hier mit Korn und Wein und Öl – das sind die Dinge, die die Heuschrecken gefressen haben, als die Heuschreckenplage kam. Das wird Gott als Segen schenken, verspricht er.
Heute an Erntedank ist es auch wichtig zu sehen: „Ich sende euch Korn und Wein und Öl“, sagt er. Gott hat nicht irgendwann die Welt erschaffen und sie aufgezogen wie eine Uhr, die von alleine weiterläuft, und sich dann zurückgezogen. Er hat dir heute Morgen den Frühstückstisch gedeckt. Und nach dem Gottesdienst, wenn wir zusammen essen werden und Erntedank feiern, dann wird er dir das geben zu essen, was du dann genießen darfst. Es kommt alles von ihm und ist sein Segen. Du kannst Gott erleben, indem du erkennst, woher alles kommt.
Die Entfernung der Bedrohung
Wenn die Armee gekommen wäre und Jerusalem geschleift hätte, dann würde das bedeuten, dass ihre Nachbarstädte und Nachbarländer spotten und schimpfen würden. Gott sagt: „Ihr seid umgekehrt. Es soll keiner über euch schimpfen oder spotten. Ich schicke diese Armee zurück.“ Er entfernt die Armee.
In Vers 20 sagt er: „Ich will den von Norden Kommenden“ – das ist die Armee – „von euch fernhalten und ihn verstoßen in ein dürres und wüstes Land. Seine Vorhut ins östliche Meer und seine Nachhut ins westliche Meer. Und sein Gestank soll aufsteigen und sein Verwesungsgeruch sich erheben, denn er hat groß getan.“
Gott sagt: Diese Armee wird untergehen wie ein Heuschreckenschwarm, der durch den Wind in die Wüste getrieben wird und dort verreckt, weil es nichts zu essen gibt – oder eben aufs offene Meer gepustet wird vom Wind und dort stirbt. So wie die Heuschrecken dann in der Sonne liegen und anfangen zu verwesen, so wird es dieser Armee gehen.
Wiederherstellung und Jubel
So reagiert Gott auf Buße und Umkehr: Er wartet mit dem Gericht, er schiebt es auf, es wird sie nicht treffen. Im Gegenteil – weil sie sich zu Gott umgekehrt sind, gibt es wieder Herstellung und Jubel.
Verse 21 bis 23: „Fürchte dich nicht, o Land, sondern frohlocke und freue dich, denn der Herr hat Großes getan. Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes, denn die Auen der Steppe sollen grün werden und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können. Ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über den Herrn, euren Gott, denn er gibt euch den Frühregen im rechten Maß und er lässt euch Regengüsse herabkommen, Frühregen und Spätregen.“
Gott nimmt die Angst weg, die sich im Buch Joel bisher so aufgebaut hat. Die Angst – das waren Fragen wie: Wie sollen wir jetzt leben nach der Heuschreckenplage, wenn alles weg ist, unser ganzer Wohlstand? Wie sollen wir überleben, wenn diese Armee kommt? Das ist die Angst vor Gottes Gericht, die Angst vor dem Tag des Herrn und vor der Begegnung mit Gott, die Angst vor dem Fluch. Und Gott sagt hier, dass die Zeit für Angst und Zittern und Trauer über die Schuld vorbei ist.
Vielleicht hast du auch durch das Buch Joel eine neue Buße erlebt, wo du zu Gott umgekehrt bist für etwas, und hast dich dann gefragt: Wann ist es gut? Wann habe ich mich genug mit meiner Sünde beschäftigt und meinen Fehlern? Wann ist es so weit? Hier sagt Gott: Jetzt. Wenn du umgekehrt bist, sagt er dir, er wird dich jetzt wieder aufrichten und stärken und neu mit Freude füllen.
Die Verheißung der Fülle
Er sagt noch ein paar Dinge über den Segen, den er schenken will: „Die Tennen sollen voll Korn werden und die Keltern von Most und Öl überfließen. Und ich werde euch die Jahre zurückerstatten, welche die Heuschrecke, der Fresser, der Verwüster und der Nager verzehrt haben – mein großes Kriegsheer, das ich gegen euch gesandt habe. Und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat. Und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden.“ Überfluss verspricht er.
Siehst du, wie Gott das hier feiern möchte? Er lässt jetzt wie im Eilverfahren die Natur wieder ihre Früchte hervorbringen, weil seine Kinder umgekehrt sind, weil sie Buße getan haben. Die Heuschrecken – also die Folge ihrer Sünde – haben großen Schaden angerichtet, Existenzen um Jahre zurückgeworfen. Aber Gott eifert jetzt darum, das wiederherzustellen. Sie werden wieder aufholen, weil es von ihm kommt, wie es ihm gefällt. Und er kann machen, dass Dinge wieder zurückwachsen.
Auch in deinem Leben – wenn du durch deine eigenen Fehler und Sünden etwas kaputt gemacht hast, er kann es wieder gut machen. Ich kann dir nicht versprechen, dass er das tun wird. Das weiß nur er. Aber hier ist ein Fall, wo er dem ganzen Volk sagt: „Ja, ihr habt durch eure Sünden viel kaputt gemacht. Aber ihr werdet sehen, wie ich es vor euren Augen wiederherstelle.“
Der größte Segen: Gottes Gegenwart
Aber der größte Segen, den er schenken will, ist er selbst: „Ihr sollt erkennen, dass ich in Israels Mitte bin und dass ich der Herr, euer Gott, bin und keiner sonst. Und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden.“
Alles, was du brauchst, ist Gottes Gegenwart in deinem Leben. Auch wenn du dein gesamtes restliches Leben niedergebrannt hast. Vielleicht hast du deine Ehe, deine Familie, deine Finanzen, deine Beziehungen zu Menschen um dich herum, deine Gesundheit – vielleicht hast du das alles zerstört durch eigene selbstverschuldete Krisen. Aber was du von Gott bekommst, egal ob er das wieder aufbaut oder nicht, ist er selbst.
Ich kann dir nicht versprechen, dass er alles wieder gut macht. Aber ich kann dir sagen mit der Autorität der Bibel: Er wird bei dir sein. Er wird zu dir kommen, in deine Trümmer hinein. In das, wo du nur Defizite und Schwäche und Zerstörung siehst, kannst du diesen Gott sehen. Er will heilen, er will das Geschick seines Volkes hier wenden – auch dein Leben. Wenn es in Trümmern liegt, er will zu dir kommen. Kehr um zu ihm und sieh, wie er heilen kann.
Jesus und die Wiederherstellung von Menschen
Das letzte Mal im Buch Joel ging es ja darum, wie wichtig Jesus Buße gewesen ist – dass er das von uns will, dass er das als absolute Priorität sieht für unser Leben, und dass er Umkehr als Heilung sieht, als große Medizin für uns. Deshalb war ihm die Wiederherstellung von Menschen nach ihrer Umkehr auch eine besondere Freude.
Es gibt ganz viele Beispiele, wo man sehen kann, wie Jesus sich freut, einen Menschen – egal wie tief er gefallen ist – wenn er wieder Jesus‘ Hand ergreift, hochzuziehen.
Die Prostituierte, die Buße getan hat und dann zu Jesus kam und seine Füße gesalbt hat und über sie geweint hat. Zu ihr sagt er öffentlich: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ Das hat er nicht mal ins Ohr geflüstert, das hat er allen gesagt, die zugeschaut haben. Das heißt, er hat sie vor den Augen der anderen wiederhergestellt und gesagt: Das, was war, ist gewesen, aber jetzt ist sie eine Tochter Gottes. Durch ihre Sünden war sie ganz unten – Jesus richtet sie wieder auf. Durch ihre Sünden war sie außen vor – Jesus holt sie zurück in die Mitte, in die Mitte der Gemeinschaft. Das ist Wiederherstellung. Wie reagiert Gott auf Buße? Genau so – er stellt dich wieder her.
Zachäus, der Zöllner – er kehrt von seinem sündigen Lebensstil um. Seine Sünde war die Geldgier. Er hat Buße darüber getan, er verschenkt sein Geld und macht alles wieder gut bei den anderen, was in seiner Macht liegt wieder gut zu machen. Jesus sagt ihm dann, auch wieder vor anderen: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, Rettung.“ Er nennt ihn einen Sohn Abrahams und sagt: „Ich bin gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ Er nennt ihn einen Sohn Abrahams – einen Zöllner, der per Beruf und Lebensstil von den anderen Söhnen Abrahams als Heide bezeichnet worden ist, der zu den Römern gehört, nicht ein Sohn Abrahams, ein Sohn des Teufels. Nein, sagt Jesus. Er sieht die Umkehr und die Buße und sagt: „Deine Identität ist Sohn Abrahams, Kind Gottes.“
Wenn du noch nicht zu Jesus gehörst und noch in dieser verrückten Welt umhergehst und deine Identität suchst – kehre um zu Gott, und du wirst die tiefste Identität finden, die es gibt: Kind Gottes.
Die Geschichte vom verlorenen Sohn
Jesus erzählt die Geschichte vom verlorenen Sohn. In dieser Geschichte gibt es so viele Hinweise auf das, was wir heute sagen – wie Gott auf Buße reagiert. Der verlorene Sohn beleidigt seinen Vater zutiefst. Er sagt ihm effektiv: Du bist für mich gestorben. Gib mir mein Erbe jetzt, denn du existierst für mich nicht mehr. Er nimmt das Erbe, verprasst es. Woran? An alle möglichen Sünden. Und dann, als er am absoluten Tiefpunkt ist und Buße tut, was macht der Vater?
Er wartet nicht mal, bis der Sohn zu ihm kommt. Er rennt ihm entgegen. Er umarmt ihn, küsst ihn – obwohl er nach Schweinen stinkt. Er gibt ihm den Ring, der bedeutet: Du gehörst zur Familie, du bist ein Sohn. Er gibt ihm das beste Gewand, das bedeutet: Ich bedecke deine Schande. Er gibt ihm Schuhe, das bedeutet: Du bist kein Sklave, du bist ein freier Mann in meinem Haus.
Und dann schmeißt er ein Fest. Ein Fest! Nicht ein Trauergottesdienst, nicht eine Bewährungsprobe. Nein, ein Fest! Das ist Wiederherstellung. Das ist, wie Gott auf Buße reagiert.
Petrus: Vom tiefsten Fall zur völligen Wiederherstellung
Und dann die Geschichte von Petrus. Petrus war der engste Vertraute von Jesus. Er hat Jesus versprochen: „Auch wenn alle anderen dich verlassen, ich werde bei dir bleiben. Ich werde für dich sterben.“ Und was macht Petrus? Er verleugnet Jesus dreimal. Nicht unter Folter, nicht unter Lebensgefahr, sondern weil ein Dienstmädchen ihn fragt, ob er zu Jesus gehört.
Und es wird noch schlimmer. Die Bibel sagt, beim dritten Mal hat er angefangen zu fluchen und zu schwören: „Ich kenne diesen Menschen nicht!“ Stell dir das vor: Der engste Freund von Jesus flucht und schwört, dass er ihn nicht kennt. Und dann kräht der Hahn, und Petrus erinnert sich an die Worte von Jesus. Die Bibel sagt: „Er ging hinaus und weinte bitterlich.“
Petrus war am Boden zerstört. Und dann stirbt Jesus am Kreuz – auch für die Sünden von Petrus. Und am dritten Tag steht Jesus von den Toten auf – für diesen Petrus. Als Zeichen von Gott, dass diese Schuld wirklich gesühnt und weg ist.
Ein paar Tage nach der Auferstehung sitzt Jesus mit seinen Jüngern, auch mit Petrus, am See. Sie frühstücken da. Jesus hat sich das extra ausgedacht. Er hat ein Lagerfeuer gemacht. Petrus sitzt da und starrt in die Glut und hört plötzlich eine Stimme: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ – „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ – „Dann weide meine Schafe.“ „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ – „Ja, dann weide meine Schafe.“ „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ – „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Du weißt doch alle Dinge.“ – „Dann weide meine Schafe.“
Petrus hat Jesus dreimal verleugnet an einem Lagerfeuer. Um ihn wiederherzustellen, hat Jesus ein Feuer angezündet und ihm dreimal diese Frage gestellt, damit er dreimal diese Verleugnung zurücknehmen kann. Dreimal sagen kann: „Ich liebe dich“ – statt: „Ich kenne den nicht.“ So geht Jesus mit uns um, wenn wir zu ihm umkehren.
Er macht das wieder vor den anderen. Er hat Petrus nicht irgendwie zur Seite genommen und das privat geklärt. Vor all den anderen hat er ihn wiederhergestellt. Er nennt ihn hier Simon, nicht Petrus. Er nimmt den alten Namen, nicht die neue Identität. Als wollte er ihm sagen: Weißt du, du steckst noch in diesem alten Menschen drin. Komm da raus, lass dich herausziehen. Du hast da nach dem alten Muster gelebt. „Liebst du mich?“ heißt: Hast du Buße getan? Bist du umgekehrt oder bist du noch der, der mich verleugnet hat? Bist du noch der alte Simon oder bist du umgekehrt und bist jetzt der neue Petrus?
Petrus sagt dreimal ja dazu: „Ja, ich bin umgekehrt, ja, ich liebe dich. An dem Abend am Lagerfeuer – da habe ich dich nicht geliebt. Da habe ich mich selbst geliebt und mein Leben. Aber jetzt liebe ich dich wieder.“
Jesu Verheißung der Treue
Petrus hatte ja versprochen, er wird für Jesus sterben. Und Jesus hält dieses Versprechen für Petrus ein. Er sagt ihm dann am Lagerfeuer noch, wie er sterben wird – am Kreuz, wie Jesus. Er sagt: „Wenn du älter bist, da wird man dir die Arme ausstrecken“ – wie wenn man einem alten Menschen die Jacke anzieht. „Man wird dir die Arme ausstrecken“ – und damit sagt er ihm: Du wirst am Kreuz sterben wie ich.
Im Klartext heißt das: Jesus wird ihn treu machen bis zum Tod. Er wird nicht nochmal dreimal verleugnen, sondern er wird dann am Kreuz sterben für seinen Meister. Was das bedeutet ist: Wenn Jesus ihm hier sagt „Ich werde dich treu machen“, heißt das, er stellt sich hinter die Buße von Petrus. Du wirst mich nicht mehr verleugnen, und du wirst sogar mehr tun – du wirst für mich sterben.
Da, wo Petrus sagt „Ich will umkehren, ich will für Jesus leben und sterben“, da sagt Jesus – auch durch diese Prophezeiung als Ermutigung: „Ich werde dir dabei helfen.“ Umkehr führt bei Gott nicht dazu, dass er dann droht und sagt: „Jetzt musst du es diesmal aber auch richtig machen, okay? Letzte Chance.“ Sondern er sagt: „Ich werde dir helfen, und ich werde dich treu machen, weil es nicht auf dich ankommt, sondern auf Gott.“
Petrus hat Jesus sehr enttäuscht, aber Jesus trägt ihm nicht nach. Ich wünsche uns, dass wir verstehen, wie Jesus auf uns reagiert, wenn wir Buße tun. Wenn du umkehrst, wenn du ihm deine Sünden bekennst und anderen auch, und sie bereust und hinter dir lässt – so wie bei Petrus.
Warum diese Geschichte in der Bibel steht
Warum denkst du, ist diese Geschichte eigentlich in der Bibel – von Petrus und Jesus am Lagerfeuer? Ein paar Zeilen später schreibt der Autor in Johannes 21, Vers 25: „Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Und wenn sie eins nach dem anderen aufgeschrieben werden würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen können, die zu schreiben wären.“
Er sagt: Jesus hat so viel gemacht, und ich kann sie gar nicht alle erzählen. Aber diese Geschichte von der Wiederherstellung – die wollte er schon in seinem Buch über Jesus haben, die durfte nicht fehlen. Warum? Damit wir es wissen, wie Jesus reagiert, wenn wir zu ihm umkehren, wenn wir Buße tun – dass er uns dann wiederherstellen will.
Die Wiederherstellung gilt auch für dich
Vielleicht zweifelst du noch in deinem Herzen und sagst so etwas wie: „Ja toll, das war Petrus, der große Petrus, ich bin aber kein großer Petrus.“ Und da will ich dir zwei Fragen stellen.
Erste Frage: Ist deine Stellung so hoch wie die von Petrus? Der ist ja von ganz oben gefallen nach ganz unten. Er war die rechte Hand von Jesus, Anführer der Apostel – du bist normaler Christ. Für Petrus gelten strengere Maßstäbe als für dich. Er ist Leiter der Leiter der Leiter im Reich Gottes. Er soll für alle Christen aller Zeiten ein Vorbild sein. So streng ist die Messlatte für ihn. Und Jesus stellt ihn wieder her. Also kann er dich nicht auch wiederherstellen – für den diese Messlatte gar nicht gilt, sondern die normale, die für uns alle gilt?
Zweite Frage: Ist dein Versagen denn so heftig wie das von Petrus? Er hat sein Wort gebrochen. Ja, das habe ich auch. Ja, pass auf: Er hat sein Wort an Jesus persönlich, von Angesicht zu Angesicht, prahlend, großkotzig herausposaunt – und es gebrochen. Bei der erstbesten Gelegenheit. Nicht weil da irgendwie ein Machtgefälle war und der Hohepriester ihn gefragt hat, ob er zu Jesus gehört, sondern eine Magd, die ganz unten ist in der Hierarchie. Er hat Jesus persönlich im Stich gelassen, im Garten Gethsemane, nachdem ihn Jesus persönlich mit Namen gebeten hatte, bei ihm zu sein. Anstatt die Apostel anzuführen, ist er mit ihnen geflüchtet. Anstatt diesem Mädchen von Jesus zu erzählen, hat er versucht, ihr Jesus auszureden.
Hast du all diese Dinge getan? Bist du wirklich schlimmer als Petrus? Nein. Dann würde ich sagen: Die Wiederherstellung, die für Petrus möglich ist, ist für dich doch erst recht möglich. Wenn Petrus trotz all dem bei Jesus diese Reaktion hervorbringt durch seine Buße – kannst du es nicht auch?
Gott erstattet zurück, was die Heuschrecke zerstört hat, sagt Joel. Und Jesus zeigt uns, dass er das auch heute macht – dass er wiederherstellt, was gefallen ist, und findet, was verloren ist, und repariert, was wir zerstören. Zuerst in der Beziehung zu uns, aber dann auch oft immer wieder in unserem Leben.

