Thema: Licht an! – Echt glauben, ehrlich bekennen, frei leben
Prediger: Waldemar Erdmann
Datum: 07.12.2025
Einleitung und persönliche Vorstellung
Vielen Dank für das überraschende Bild, für die Grußworte, für die herzliche Aufnahme hier. Wir freuen uns, mit euch verbunden zu sein und dass wir in solchen Projekten Gott und unserem herrlichen Christus über die Grenzen hinaus dienen dürfen. Wir sind froh über die Verbundenheit mit euch. Auch herzliche Grüße auswärts von unserer Gemeinde. Heute darf ich das Privileg haben, hier zu sein. Ich freue mich wieder hier zu sein. Vielen Dank Andreas für die Einladung. Ich möchte gerne mit euch heute Gottes Wort teilen und gemeinsam mit euch in Gottes Wort hineinschauen.
Vielleicht noch mal zwei, drei Worte zu mir: Ich wurde gebeten, mich nur kurz vorzustellen. Also wie gesagt, ich bin zuallererst Kind Gottes, darüber freue ich mich riesig, dass Gott mich errettet hat. Dann bin ich Ehemann und Vater. Wir sind seit 23 Jahren verheiratet, haben fünf Kinder zwischen 19 und 9 Jahren, und ich bin Pastor und Angestellter in einem Unternehmen. Das ist ein bisschen zu mir. Falls ihr noch Fragen habt, kommt gerne auf mich zu.
Die Frage nach der Vergebung
Ich möchte mit folgender Frage beginnen: Stell dir einmal vor, jemand würde dich fragen, wenn Gott heute zu dir sprechen würde, was würdest du am liebsten von ihm hören? Gott würde jetzt in dein Leben hineinsprechen – was würdest du am liebsten aus seinem Mund hören? Es gibt sicherlich die, die total in Gottes Wort sind und sagen: „Nein, erwarte mal, also Gott redet durch sein Wort!“ Aber stell dir mal vor, es würde wirklich passieren.
Der bekannte Schauspieler und Regisseur Woody Allen, der sich selbst als Atheist bezeichnet, sagt Folgendes über Glauben und Religion: „Religionen sind mir keinen Pfennig wert. Ich erziehe auch meine Kinder nicht in der jüdischen Tradition. Ich glaube nicht an Gott und finde ohnehin alle Religionen dumm.“ Ein intelligenter und begabter Mann macht diese Aussage, aber er antwortete auf genau diese Frage, die wir oben haben: Wenn Gott heute zu dir sprechen würde, was würdest du am liebsten von ihm hören? Er sagte: „Ich würde am liebsten von ihm drei Worte hören: Dir ist vergeben.“
Die Sehnsucht des menschlichen Herzens
Diese Antwort trifft mitten ins Herz. Denn das ist tief im Inneren das, wonach wir uns alle sehnen: nach Vergebung, nach Frieden. Vielleicht ist es in deinem Leben etwas, wo du dich nach einem Neuanfang sehnst, weil etwas schon ganz lange kaputt ist. Das ist das, wonach wir Menschen uns sehnen.
Aber die Bibel macht deutlich: Diese drei Worte „Dir ist vergeben“ hören wir nur, wenn wir durch Gottes Gnade zuerst drei andere Worte sagen, und zwar: „Ich habe gesündigt.“
J.B. Phillips sagte einmal: „Es gibt fast so viele falsche Vorstellungen über die Sünde wie über Gott.“ Das ist so wahr. Auch wir Christen tun uns schwer im Umgang mit der Sünde. Oft rechtfertigen wir sie, wir verharmlosen sie oder verstecken sie hinter frommen Worten. Wir sagen: „Ich bin ja nur ein Mensch“ und verlieren dabei die Ehrfurcht vor Gottes Heiligkeit. Wir sprechen von Gemeinschaft mit Gott, leben aber in Distanz zu seinem Wesen.
Johannes nennt es beim Namen
Und Johannes nennt es heute beim Namen und zeigt uns: Echte Gemeinschaft mit Gott bedeutet, im Licht zu leben, ehrlich zu werden und Sünde – nicht die Sünde des Nächsten, sondern die Sünde in meinem Herzen – beim Namen zu nennen.
Doch bevor Johannes über unser Verhalten spricht, über unseren täglichen Kampf mit der Sünde, macht er auch in seinem ganzen Brief klar: Unser Stand vor Gott ist fest. Wir bleiben seine Kinder, auch wenn wir fallen. Aber unser Wandel, also unser tägliches Leben mit Gott, unser Montag, unser Dienstag, unser Mittwoch, kann getrübt werden.
Sünde zerstört – das ist wichtig – nicht unsere Kindschaft, aber sie unterbricht und trübt die Gemeinschaft mit diesem herrlichen Jesus, über den wir gerade gesungen haben. Wisst ihr, wie ein Vater sein Kind nicht verleugnet, wenn es ungehorsam ist, so verstößt Gott uns nicht, wenn wir sündigen. Aber er will nicht, dass wir in der Finsternis bleiben, sondern ins Licht zurückkehren.
Und Fakt ist: Je näher du Gott kommst, desto sensibler wirst du für seine Heiligkeit und Schönheit. Geistliche Reife – und das ist total wichtig, wenn wir heute über den Kampf mit der Sünde sprechen – geistliche Reife zeigt sich nicht zwingend und primär darin, dass du weniger Sünde hast, sondern dass du sie schneller erkennst und ehrlich bekennst. Denn wer seine Sünden bekennt, erlebt immer dasselbe Echo aus Gottes Herzen: Dir ist vergeben.
Bibeltext: 1. Johannes 1,5 – 2,2
Und so ist der Titel meiner heutigen Predigt: Licht an! Echt glauben, ehrlich bekennen und frei leben. Wenn Gott das Licht anmacht, dann wird das ganze Chaos sichtbar. Aber er tut es, um uns zu heilen. Und so wollen wir heute in einen Text hineingehen: Erster Johannesbrief, Kapitel 1, die Verse 5 bis Kapitel 2, Vers 2.
Wenn wir diesen Text lesen, werden wir sehen: Dieser Text hat einen sehr ermahnenden Charakter, aber er bleibt nicht dabei stehen. Wir werden heute mit maximaler Ermutigung aufhören. Das kann ich schon garantieren, weil der Text so aufgebaut ist.
„Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm ist gar keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander. Und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst. Und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner. Und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden. Aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“
Punkt 1: Lebe im Licht – da wird dein Glaube echt (Verse 5-7)
Der Text beginnt mit dem Wörtchen „und“ und verbindet die Person, also Jesus, mit der Botschaft. Johannes hat in den Versen eins bis vier beschrieben und gesagt: Wir haben mit diesem Jesus gelebt. Wir haben ihn erlebt. Wir haben ihn betastet. Er ist der ewige Gott-Mensch. Aber jetzt sagt Johannes: Wir haben ihn nicht nur als Person erlebt, sondern auch seine Botschaft gehört.
Mit den Worten hier „Dies ist die Botschaft von ihm, die wir euch verkündigen“ leitet Johannes jetzt zu der Botschaft hin, die er von Jesus empfangen hat. Wir können es heute nicht genau ausführen, aber Johannes tritt hier den Irrlehrern entgegen und zeigt die Autorität, die hinter dem apostolischen Zeugnis steht. Die Botschaft ist von ihm. Johannes macht deutlich: Es ist nicht unser Konstrukt, nicht unsere Ideen, nicht unsere Erkenntnis. Die Botschaft ist von ihm.
Und hier ist eine kleine Randnotiz, die so wichtig ist für unsere Nachfolge, für unseren Dienst als Christen: In jedem Dienst der Gemeinde geht es um ihn, um seine Person und um seine Botschaft.
Gott ist Licht
Und die Botschaft lautet: Er richtet unseren Blick auf das Wesen Gottes und macht damit deutlich, dass christliches Leben nicht mit dem beginnt, was wir tun, nicht mit dem, was wir erreichen, nicht mit dem, wo wir uns aufhalten, sondern damit, wer Gott ist. Der Glaube an Jesus, Leben mit Jesus beginnt da, wo wir verstanden haben, wer er ist.
Und jetzt beschreibt er das Wesen Gottes mit dem Bild „Licht“. Was meint Johannes mit Licht? Johannes möchte hier klarstellen, dass Gott absolut heilig, rein und vollkommen ist. Es ist so wichtig zu verstehen, dass mit dem Licht auch das Gegenteil impliziert wird, die Finsternis. Um zu wissen, was Gottes Heiligkeit ist und was Licht ist, müssen wir auch die Finsternis kennen. Licht spricht von Heiligkeit, Finsternis von Sünde. Und Johannes schreibt hier: Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis.
Kein Kompromiss mit Sünde. Kein Platz für Dunkelheit. Er duldet keine Sünde. Das ist nicht einfach ein Bild. Es ist eine Tatsache. Gott ist heilig. Wir leben in einer Gesellschaft, wo das Wort „heilig“ total gefühlt verloren gegangen ist. Aber der Gott, vor dem wir stehen, der ist heilig. Er ist anders, er ist vollkommen, er ist gerecht und in ihm ist absolut keine Finsternis.
Die logischen Konsequenzen
Und in Vers 6 und 7 zieht er die logischen Konsequenzen aus dieser Wahrheit. Er leitet die Konsequenz ein mit dem Wort „wenn“. Und das „wenn“ ist ein Stilmittel, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Und da identifiziert er zwei, drei Menschengruppen. Der Fokus von Johannes liegt primär auf dem echten Gläubigen. Aber wichtig ist, dass Johannes hier deutlich macht: Es gibt Menschen, die Behauptungen aufstellen und diese Behauptungen stimmen nicht mit ihrem Handeln überein.
Und er schildert hier, und das finde ich so krass: Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit Gott haben und in der Finsternis wandeln, dann sind wir Lügner und die Wahrheit ist nicht in uns. Johannes macht klipp und klar: Wenn du behauptest, du kennst Gott, aber dein Leben zeigt etwas anderes, dann bist du ein Lügner. Und das ist jetzt nicht einfach eine Beschimpfung, sondern er möchte den Menschen vor Augen führen: Du wiegst dich in Sicherheit. Du lebst in einer Illusion. Wenn dein Leben nicht mit deinem Bekenntnis übereinstimmt, stimmt etwas nicht.
Und er betont das nochmal, indem er sagt: „Und tun nicht die Wahrheit.“ Wahrheit ist für Johannes nicht nur Theorie, nicht nur Erkenntnis, nicht nur Lehre. Wahrheit muss gelebt werden. Wahrheit ist ein Lifestyle. Wahrheit zeigt sich im Alltag. Und wenn du sagst „Ich kenne Gott“ und gleichzeitig liebst du die Dunkelheit, dann ist dein Glaube nicht echt.
Die Alternative: Im Licht wandeln
Und dann schildert er die Alternative. Und die Alternative ist ja Evangelium. Das ist die gute Nachricht. In Vers 7 heißt es: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander. Und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“
Hier zeigt uns Johannes, was christliches Leben ist. Es ist nicht Perfektion, nicht Vollkommenheit, nicht Fehlerlosigkeit, sondern es ist der Wunsch, im Licht zu leben. Im Licht zu wandeln bedeutet: Ich will nichts verstecken. Ich will keine Maske tragen. Ich will echt sein vor Gott und vor anderen. Und er sagt: „Wie er im Licht ist.“ Das ist der Maßstab. Gott selbst ist das Licht.
Und jetzt kommt das Besondere: Was ist das Resultat vom Leben im Licht? Erstens: Wir haben Gemeinschaft miteinander. Zweitens: Das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde. Das ist Evangelium. Das ist gute Nachricht.
Leben im Licht bedeutet nicht, dass du keine Sünde mehr hast. Es bedeutet, dass du deine Sünde siehst, dass du sie bekennst und dass du Reinigung erfährst. Das Blut Jesu reinigt uns. Das ist Präsens. Das ist jetzt, fortlaufend, kontinuierlich. Nicht einmal für alle Mal in der Vergangenheit, sondern jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment.
Punkt 2: Bekenne ehrlich – da wird deine Sünde erkannt (Verse 8-10)
Und dann geht es weiter. Johannes identifiziert zwei weitere „wenn“-Szenarien. Vers 8: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst. Und die Wahrheit ist nicht in uns.“
Hier begegnet Johannes wieder einer Gruppe von Menschen, die behaupten: „Ich habe keine Sünde. Ich bin perfekt. Ich bin angekommen. Ich habe es geschafft.“ Und Johannes sagt: Das ist Selbstbetrug. Das ist Verblendung. Das ist Selbstverführung. Die Wahrheit ist nicht in dir.
Sünde zu leugnen ist ein Zeichen von geistlicher Blindheit. Je näher du Gott kommst, desto mehr siehst du deine Sünde. Je mehr du im Licht lebst, desto mehr wird dir bewusst, wie schmutzig du bist. Geistliche Reife zeigt sich darin, dass du sensibler wirst für Sünde, nicht unsensibler.
Die Verheißung der Vergebung
Und dann kommt dieser herrliche Vers 9: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
Das ist einer der kostbarsten Verse der ganzen Bibel. Wenn wir unsere Sünden bekennen. Das Wort „bekennen“ bedeutet „das Gleiche sagen wie Gott“. Bekennen bedeutet: Ich nenne meine Sünde beim Namen. Ich beschönige nicht. Ich rechtfertige nicht. Ich verstecke nicht. Ich sage: Gott, du hast recht. Ich habe gesündigt. Ich war stolz. Ich war neidisch. Ich war lieblos. Ich habe gelogen. Ich habe begehrt.
Und wenn wir bekennen, was tut Gott? Er ist treu. Das heißt, er hält sein Versprechen. Er ist gerecht. Das heißt, er kann vergeben, weil Jesus die Strafe getragen hat. Und er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
Vergebung tilgt die Schuld. Reinigung entfernt die Flecken. Vergebung betrifft die Vergangenheit. Reinigung betrifft die Gegenwart. Vergebung bedeutet: Die Anklage ist weg. Reinigung bedeutet: Die Macht der Sünde ist gebrochen.
Die Gefahr der Leugnung
Und dann kommt nochmal Vers 10: „Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner. Und sein Wort ist nicht in uns.“
Johannes steigert nochmal. Wenn du sagst: „Ich habe nicht gesündigt“, dann machst du Gott zum Lügner. Warum? Weil Gottes Wort sagt: Alle haben gesündigt. Wenn du das leugnest, stellst du dich gegen Gottes Wort.
Punkt 3: Vertraue deinem Fürsprecher – da wirst du frei (Kapitel 2,1-2)
Und jetzt kommt dieser großartige Abschnitt in Kapitel 2, Verse 1 und 2. „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden. Aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“
Johannes nennt sie hier „meine Kinder“. Das ist so liebevoll. Das ist so pastoral. Er schreibt nicht als harter Richter, sondern als fürsorglicher Vater. Und er macht deutlich: Das Ziel ist, dass ihr nicht sündigt. Das ist der Standard. Das ist das Ziel. Heiligkeit. Aber er ist realistisch.
Er zeigt uns nicht nur, wie ernst Sünde ist, wie heilig Gott ist, sondern auch wie groß Jesus ist. Ja, wir fallen, ja, wir sündigen, aber wir sind nicht ohne Hoffnung. Denn wenn wir fallen, wenn du in der nächsten Woche wieder fällst, denk daran: Einer steht neben dir, Jesus der Gerechte. Er ist unser Fürsprecher und unser Anwalt beim Vater. Er tritt ein, wo wir versagen. Er spricht, wenn wir schweigen.
Wenn jemand sündigt
Johannes macht deutlich: Mit diesem Verb des Sündigens, das leider zu unserem Leben dazugehört – und wir sehnen uns doch alle zu diesem Tag hin, wo die Sünde ein für alle Mal abgelegt wird – Johannes macht deutlich: Wenn jemand Kind Gottes ist und im Licht und Gemeinschaft mit anderen lebt, dann wird Sünde offenbar.
Wenn jemand sündigt, wenn du wieder sündigst, dann ist nicht Verheimlichen die Antwort, dann ist nicht Rausreden die Antwort, dann ist nicht Umdichten die Antwort, nicht Verstecken die Antwort, sondern Bekennen.
Die Lüge des Feindes
Ich glaube, wir kennen alle folgende Situation: Wenn das Leben uns wieder zusetzt, die Sünde überhand nimmt und wir als Menschen nah bei Jesus sind und unter dieser Sünde leiden, dass wir an den Moment kommen und sagen: „Ich kann doch nicht wieder zu Jesus gehen. Das siebte Mal mit der gleichen Sünde in den letzten vier Tagen. Ich kann doch nicht wieder.“
Robert Murray McCheyne sagte Folgendes dazu: „Wir spüren einen tiefen Widerwillen, zu Christus zu kommen. Scham und Schuld halten uns zurück. Wir denken, es würde nichts nützen, als würden wir direkt vom Schweinetrog ins Festgewand springen. Und wir finden tausend Ausreden, um uns zu rechtfertigen. Doch wir müssen wissen: All diese Gedanken sind Lügen direkt aus der Hölle. Jesus wartet trotzdem auf uns, bereit uns zu vergeben, uns zu umarmen und wieder in seine Gemeinschaft zu führen.“
Glaub nicht dieser Lüge in deiner nächsten Woche. Wenn du wieder denkst: „Ich kann doch nicht wieder“, gehe mit deiner Verzweiflung ins Licht und erlebe Heilung.
Die Garantie unseres Fürsprechers
Und dann ermutigt Johannes den echten Christen, der im Licht lebt, der unter Sünde leidet, der Sünde bekennt, der demütig ist, mit folgenden drei Worten. Schaut hinein in den Text, da lesen wir: „So haben wir.“ Es ist hier eine Garantie. Es ist hier eine Zusage. Wir haben etwas als Kinder Gottes.
Wir haben beständig einen treuen und gerechten Anwalt, einen Fürsprecher: Jesus. In dem Moment unserer Sünde vertuscht er nicht unsere Schuld. Er schaut nicht einfach drüber hinweg, sondern bekennt sie. Als unser Anwalt, als dein Anwalt, trägt er dann ein Plädoyer vor dem Vater zu unseren Gunsten vor.
Da, wo wir gefallen sind, steht er neben uns. Er ist unser Anwalt, wenn unser Herz uns verklagt. Er ist unser Anwalt, wenn andere uns verklagen und mit dem Finger auf uns zeigen. Er ist unser Anwalt, wenn der Teufel uns verklagt. Er ist der Anwalt, der für uns kämpft.
Er ist unser Anwalt, der sagt: „Vater, ich habe für diesen Sünder gelitten. Meine Gerechtigkeit gehört ihm jetzt und für immer.“ Er ist unser Anwalt, der noch nie, noch nie einen Fall verloren hat. Dabei macht er keine krummen Dinge, sondern er ist gerecht.
Die Kraft des Sühneopfers
Lasst uns mal darüber nachdenken: Gegen all die Anklagen, die gegen uns gerichtet werden, wenn wir sündigen, hält er seinen Tod, sein Kreuz und sein Sühneopfer. Er zeigt im Thronsaal Gottes seine Hände und seine Füße. Er zeigt auf das Buch des Lebens, wo dein Name geschrieben steht. Ist dieser Jesus nicht anbetungswürdig? Er ist so krass, so anders.
Für unseren Anwalt ist keine Sünde zu groß. Kein Fall unlösbar. Mit ihm sind wir Sieger im Gerichtssaal.
Wenn wir sündigen und durch das Leben im Licht Sünde erkennen, bekennen, dann wird unsere Sünde immer vergeben. Leben mit dem Wissen, dass wir einen Fürsprecher haben, ist kein Freifahrtschein zur Sünde, sondern das ist der Anker unserer Hoffnung.
Wenn du bekennst, vergibt er. Wenn du kämpfst, steht er an deiner Seite. Und wenn du fällst, hebt er dich wieder auf. Darum lass dich nicht von deiner Schuld gefangen nehmen. Vielleicht hält die Schuld dich schon über Jahre gefangen. Lass dich nicht davon gefangen nehmen. Komm zu Jesus. Er vergibt nicht nur, er verteidigt. Er reinigt dich und er hört niemals auf, für dich einzutreten.
Das Sühneopfer für die ganze Welt
Und wir lesen dann, auf welcher Grundlage er uns verteidigt. Hier heißt es: „Er ist das Sühneopfer.“ Weil er das Sühneopfer ist, kann er gerecht bleiben und den Sünder rechtfertigen. Das bedeutet: Er wurde bestraft für unsere Sünden.
Und doch diese drei Worte: „Wir haben“ und auch hier wieder drei Worte: „Für unsere Sünden.“ Diese Worte sind so persönlich. Der Schreiber Johannes will deutlich machen: Für unsere Sünden. Er sagt: Gegen Andreas gibt es keine Anklage mehr. Gegen Christian gibt es keinen Schuldschein mehr. Gegen Simon gibt es keine Forderung mehr. Seht meine Hände, seht meine Füße. Ich bin das Lamm Gottes, das deine Sünde hinweggetragen hat. Der Preis für deine Sünde ist bezahlt.
Mitten in seine Gedanken über Vergebung und über das Kreuz und über das, was für ihn passiert ist, kommt nochmal wirklich so eine regelrechte Eskalation. Er sagt: „Und nicht nur für meine“, sondern er sieht den Bruder und die Schwester, die neben ihm sitzen, an die er gerade denkt und sagt: „Auch für den anderen und auch für die der ganzen Welt.“
Welch eine Liebe und welch ein Freispruch, welch ein Wow-Moment, welch ein großartiger Jesus, welch ein großartiger Fürsprecher.
Die größte Kraftquelle im Kampf
Ich stelle mir da die Frage: Was ist die größte Motivation oder Kraftquelle im Kampf mit der Sünde? Der Invest Gottes, die Liebe Gottes, die sichtbar wird in diesen Versen. Das Bewusstsein seiner Liebe zu uns hilft uns im Kampf mit der Sünde. Der Geschmack seiner Liebe führt uns dazu, dass wir von Sünde angewidert werden.
Johannes schreibt: „Damit ihr nicht sündigt, aber ihr habt und er tritt für euch ein.“
Abschluss und Aufruf
Vielleicht gehörst du zu denen, die gerade in der Dunkelheit feststecken. Du kennst dich mit Schuld, mit Rückfällen, mit dem Gefühl, dass du nicht würdig bist, vor Gott zu stehen. Dann hör gut zu: Jesus ruft dich heute. Er sagt: „Licht an, komm ins Licht, bekenne und ich vergebe.“
Er sagt: Komm mit deinen Eheproblemen, komm mit deinen Verletzungen der Vergangenheit, komm mit deiner Pornografie, komm mit deiner bösen Zunge, komm mit deiner jahrelangen Bitterkeit, komm mit deiner Liebe zum Materialismus. Komm ins Licht, leg die Maske ab und komm. Und ich kümmere mich nicht nur um deine Schuld, ich wasche auch deine Flecken weg. Ich möchte, dass deine Seele und dein Herz wieder anfängt zu singen. Bleib nicht in der Finsternis, geh ins Licht. Denn dort wartet keine Verdammnis, dort wartet ein Fürsprecher, dort wartet Vergebung, Heilung und Nähe.
Und vielleicht gehörst du zu denen, die im Licht leben, und sei ermutigt durch diesen Fürsprecher. Sei einfach ermutigt, dass wir so einen großen Herrn haben, der sich so in uns investiert, der täglich für dich eintritt. Denk daran: Wenn du schweigst, spricht er für dich. Wenn du zweifelst, sagt er: „Mein Kind, ich habe für dich bezahlt.“
Und vielleicht sitzt du hier und du kennst diesen Jesus noch nicht. Du weißt nur, dass es ihn gibt. Vielleicht spürst du das, was Woody Allen einmal gesagt hatte: „Wenn es einen Gott gibt, würde ich am liebsten diese drei Worte hören: Dir ist vergeben.“ Und diese drei Worte „Dir ist vergeben“ können heute deine Worte werden, wenn du bekennst: „Ich habe gesündigt. Gott, du bist Wahrheit und ich bin ein Lügner.“
Denn genau dafür kam Jesus. Um Sünder zu retten, um Dunkelheit ins Licht zu verwandeln, um Schuldige zu befreien. Er lädt dich ein, nicht um dich zu verurteilen. Sein Sohn wurde für dich verurteilt, sondern um mit dir in Beziehung zu treten und dich in seine Familie aufzunehmen.

